Zugegeben, das ist eine sehr ungewöhnliche Theorie über unhöfliche Bäcker und ihr leckeres Backwerk...

 

Autor: Liliane Romano

Email: liliromano@arcor.de

Alter: ab 13

Art: K/S

Hinweis: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels, die dort wohnen.

 

Die besten aller Printen

Teil 2

 

 

Am nächsten Nachmittag war die Enterprise schon weit weg von der Erde. Doch sie befanden sich noch einige Tage vom Ort ihrer neuen Mission entfernt und konnten es bis dahin ruhig angehen lassen. Entspannt betrat die Commandocrew nach Schichtschluss den Lift und der Captain erinnerte seine Freunde noch einmal an die Weihnachtsfeier.

 

Kirk betrat zusammen mit Spock dessen Kabine und zog ihn sanft an sich. So sanft, dass der Vulkanier sich nicht scheu zurückzog. Ihre Beziehung war noch sehr jung, erst vor wenigen Wochen hatten sie den Mut gefunden, sich gegenseitig ihre Gefühle füreinander einzugestehen. Jim wünschte sich mehr von Spock, viel mehr, doch sein Freund zögerte noch. Er zögerte noch, wollte es aber und hatte sich aber für sich selbst vorgenommen, den letzten Schritt zu einer Liebesbeziehung noch vor dem irdischen Weihnachtsfest zu gehen. Vor einigen Tagen erst hatte er eine weitere unsichtbare Grenze überwunden und sich Jims zärtlichen Küssen hingegeben.

Jims weiche, kühle Lippen trafen die seinen und wanderten unendlich zärtlich weiter zu seinen Ohrspitzen. Spock hatte noch vor einer kurzen Weile nicht gewusst, wie empfänglich er für Liebkosungen an dieser Stelle war. Jetzt presste er sich stärker an Jim und erwiderte dessen Küsse. Er spürte, wie Jims Erregung wuchs und bemerkte erfreut, dass er inzwischen nicht mehr davor zurückzuckte. Mehr noch, er spürte, wie er selbst erregt wurde, ohne dass seine erlernte Emotionsbeherrschung dem sofort eine Ende gemacht hätte. Die letzten Nächte hatten sie zusammen verbracht, in Spocks Bett. Dicht beieinander liegend, sich kaum berührend, bedacht darauf, nicht zu weit zu gehen.

Sie merkten beide, dass sehr bald der Zeitpunkt gekommen war, zu dem sie den letzten Schritt gehen wollten. Vielleicht schon heute.

 

°

Kirk ging allein in seine Kabine. Nur er selbst und Uhura hatten diese bisher in weihnachtlich dekoriertem Zustand gesehen. Es sollte für die anderen eine Überraschung werden. Uhura war verwundert gewesen, als Kirk in diesem Jahr beschlossen hatte, statt wie sonst ihre Kabine dieses Jahr seine eigene weihnachtlich von ihr dekorieren zu lassen.

 

Der Grund für Kirks Entscheidung war sein heimlicher Gedanke, Spock in Liebe und Wärme verbreitender weihnachtlicher Athmosphäre endlich verführen zu können – und dafür war es besser, wenn es seine Kabine sein würde als die von Uhura.

Es kostete Kirk seit Wochen erhebliche Anstrengung, sein Begehren nach Spock unter Kontrolle zu halten. Ihm war klar, er durfte von seinem Freund nicht zuviel fordern, durfte vor allem nicht zu schnell sein.

Doch heute nacht, nach der kleinen Feier, wenn nicht die Pflicht dazwischen kam, könnte es soweit sein.

 

°

Kirk hatte sich von Spock gewünscht, dieser möge an dem privaten Abend mit ihren Freunden zivile Kleidung anziehen. Deshalb stand der Vulkanier jetzt nackt vor seinem geringen Besitz und überlegte, was er für heute Abend auswählen könnte. Er nahm sich schließlich ein nachtblaues seidiges Hemd und eine ähnliche Hose und hielt sie sich im Badezimmer vor den Körper.

Ja, das würde Jim gefallen. Er zog sich an und betrachtete sich so bekleidet vor dem Spiegel. Auch Spock war klar, dass heute bestimmt die Nacht sein würde, an dem einer dem anderen und sie sich selbst alles erlauben würden. Die Nacht, in der sie sich nichts mehr vorenthalten würden, sondern sich geben würden, was sie begehrten.

Er strich mit der Hand über den seidigen Stoff des Hemdes, stellte sich vor, wie Jim dann genau das tun würde. Er schloss die Augen, versank für einige Sekunden in dieser Fantasie. Jim....in wenigen Stunden...Jim...wie er mit seinen so zärtlichen Fingern sein Hemd öffnen....ihn berühren würde...und dann....’Nein, nicht jetzt’, rief er sich zur Ordnung, als er wieder jenes erregende Gefühl verspürte, ‚dann erst, nach der Weihnachtsfeier.’

 

°

 

Kirk und Uhura setzten sich, an die Wand gelehnt, auf den Boden, der mit einem täuschend nach Schnee aussehenden Material bedeckt war und bemerkten die von ihm ausgehende Wärme.

„Das ist ‚Glutschnee’, ein neuer Stoff, der ganz natürliche Wärme ausstrahlt“, erklärte Uhura und sank in den warmen Schnee. „Eine Neuheit. Ein Bekannter von mir gehörte zu den Entwicklern und wir haben sie....auf seinen Wunsch hin...getestet.“ Uhura senkte verlegen den Blick, als sie Kirks Grinsen bemerkte.

 

„Heißer Schnee....besonders geeignet für....schöne Stunden zu zweit?“

Uhura lächelte zurück. „Ganz exzellent, Sir....“ Sie räkelte sich ein bisschen zu lasziv in dem warmen Schnee und beschloss, die eine Frage zu stellen, die nicht nur sie interessierte.

„Jim....haben Sie vor, jemanden zu verführen?“ Der Mut, den >Jemand< zu benennen, verliess sie dann doch und sie schaute verlegen zu Boden. „Wen auch immer...und hoffentlich nicht mich.“

Jim lachte leise. „ich will tatsächlich jemandem näher kommen. Aber keine Sorge, nicht Ihnen. So verführerisch Sie im Moment auch aussehen...“, sagte er und seine haselnussbraunen Augen streiften ihren in ein silberglänzendes Kleid gehüllten Körper, „ich dachte an....“ Er sprach den Namen nicht aus, auch deshalb, weil er gern gewusst hätte, ob seine Freunde Bescheid wussten.

Uhura tat ihm den Gefallen. „Es ist nicht wirklich ein Geheimnis....und Sie beide passen sehr gut zusammen....also...wir wünschen Ihnen Glück...“

 

Jetzt war es an Jim, verlegen zu werden. „Kein Geheimnis....nun....wenn Sie finden, wir passen zusammen....und wenn sich der Schnee bewährt....dann steht mir eine sehr angenehme Nacht bevor....“

 

„....wenn er das weihnachtliche Ambiente nicht analysiert sondern geniesst.“

 

Kirk nickte. „Sie haben meine Kabine so liebevoll gestaltet, da vergisst er ganz sicher das Analysieren. Er kann Schönheit auch geniessen.“

 

Einer nach dem anderen seiner Freunde betrat Kirks schummerige Kabine und einer nach dem anderen warf einen kindlich – verträumten Blick auf die liebevolle Dekoration und einen anerkennenden zu Uhura.

Ein kleiner Weihnachtsbaum mit silbernen Kugeln und Glaskerzen, von denen ein flüchtiges und gleichzeitig heimeliges Leuchten ausging, fing als erstes die Blicke ein.

Überall im Raum stand und steckte Weihnachtsschmuck. Typischer Weihnachtsduft aus Honig, Marzipan und Sandelholz lag in der Luft.

 

„Setzt euch doch“, sagte Uhura einladend zu den Eintretenden und deutete auf den Schnee, in dem sie und der Captain es sich schon gemütlich gemacht hatten.

Endlich betrat auch Spock den Raum und Jim deutete einladend auf den freien Platz neben sich. Der Vulkanier ließ sich vorsichtig im Schnee nieder, berührte ihn neugierig mit einer Hand, betrachtete ihn interessiert.

„Faszinierend, Jim. Dieses Material strahlt eine natürliche Wärme aus und glüht. Das ist ein ungewöhnlicher physikalisch – chemischer Vorgang.“ Er drehte sich zu Uhura um. „Ich  bin mit diesem Material nicht vertraut. Wie heißt es und wo haben Sie es her? Mich würden die technischen Daten....“

„Ach Spock“, unterbrach ihn Jim mit einem leisen Lachen. „Lassen Sie sich doch von der weihnachtlichen Umgebung faszinieren und nicht von dem, was dahinter steckt. Heute Abend sollten Sie die Technik mal vergessen.“

Spock nickte und suchte sich eine bequeme Position im Schnee. Die Blicke von Jim verfingen sich in seiner dunklen seidigen Kleidung und trafen dann seine Augen. Dieser Blick, dieser so zärtliche Blick seines geliebten Jim ließ Spock leise aufstöhnen. Jim konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen, als er merkte, wie bereit Spock war, wie sehr er sich danach sehnte, mit dem Mann, den er liebte zusammen zu sein. Intim zusammen zu sein. Der Vulkanier wich seinem Blick verlegen aus. Aber dieses Ausweichen dauerte nur wenige Sekunden, dann erwiderte er Jims Blick und er zeigte seinem Freund mit seinem eigenen Blick, was er von dieser Nacht erwartete.

 

Uhura schenkte allen einen duftenden Tee aus und bot die Lebkuchen an. Auch wenn sie im Innern fürchtete, dass die ärgerliche Erinnerung an Aachen die weihnachtliche Stimmung dämpfen könnte. Doch wenn die Printen so gut waren, wie sie ihrer Erinnerung nach sein sollten, würde deren Geschmack die bedrückenden Umstände ihrer Beschaffung vergessen machen.

Spock nahm als einziger nichts von den Lebkuchen, widmete sich stattdessen dem würzigen Tee, dem Befühlen des wärmenden und glühenden Schnees und besonders dem Betrachten seines liebsten Freundes, der dasselbe mit ihm tat. Sicher wären sie sehr bald völlig ineinander versunken, wenn nicht die anderen zu reden begonnen hätten und sich ihre Konzentration aufeinander damit gestört hätten.

 

„Das ist....mmmmhhhhh....fan....ohhhh....der Geschmack....ich....oh....also....wirklich....lecker...“

„Das Marzipan....so natürlich nach Mandeln....“

„Der Alkohol....so passend abgestimmt....“

„Die ohne Schokolade sind auch so....mmhh.... köstlich....“

„Die Nüsse in der Milchschokolade....so frisch und knackig....“

„Die dunkle Schokolade ist auch großartig....cremig und so fein...“

 

Uhura lehnte sich mit einem erleichterten Seufzen zurück. Ihr fiel ein Stein vom Herzen. Was wäre gewesen, wenn diese unter so unangenehmen Umständen mühevoll erkämpften Lebkuchen den anderen nicht geschmeckt hätten? Uhura hatte sich in ihrer dunklen Fantasie schon einer wütenden Commandocrew gegenübergesehen, die mit Unverständnis auf die gestrige scheußliche Printenbeschaffungstortur reagiert hätte – wenn die Lebkuchen nicht so delikat geschmeckt hätten. Doch sie schmeckten und sie musste sich keine Sorgen mehr machen. Die Feier war gerettet. Sie langte hinüber zum Computer und schaltete die Musik ein.

 

Harfenmusik erklang, beruhigend und bezaubernd. Beim genauen Hinhören erkannten sie die darin versteckten weihnachtlichen Weisen, variiert und verfeinert. Die Offiziere machten es sich noch ein bisschen bequemer und genossen den ruhigen Abend, die Leckereien und die sanfte Musik.

Worte waren unnötig, hätten nur die Stimmung gestört. Kirk konnte sich nicht erinnern, jemals einen so ruhigen und angenehmen Abend mit seinen Kommandooffizieren verbracht zu haben. Das war normalerweise unmöglich, denn ihre Pflichten liessen ihnen dafür keinen Raum. Doch heute konnten sie die gemeinsamen Stunden ungestört geniessen.

Jim saß inzwischen dicht neben Spock. Sie sahen sich an, ließen es zu, dass sich, im Halbdunkel vor den anderen verborgen, ihre Gefühle füreinander auf ihren Gesichtern zeigten. Und als die Zeit verging, vergaßen sie die anderen im Raum, errichteten unbewusst einen unsichtbaren Kokon um sich.

Magisch voneinander angezogen berührten sich ihre Finger, streichelten sich. Ein ganz und gar berauschendes Gefühl, besonders für den Vulkanier, und sie beließen es nicht bei dieser kleinen Berührung. Jim streichelte Spocks Wange und dieser zog seinen Freund dichter zu sich heran.

 

Weder Jim noch Spock dachten an die anderen im Raum, doch denen fiel ihre Annäherung auf. Sie lächelten sich an und als Jim und Spock nach einer Weile immer noch nicht aufgefallen war, dass sie sich nicht allein in Kirks Kabine befanden, erhoben sie sich leise und verließen den Raum.

Jim flüsterte seinem Geliebten zärtliche Worte zu und Spocks Gesichtsfarbe wurde dunkler. Seine Augen leuchteten noch intensiver und schwärzer als sonst und sein Mund öffnete sich. Es war soweit. Sie schmiegten sich aneinander, wollten mehr voneinander spüren.

Da versteifte sich der Vulkanier plötzlich und schob Kirk von sich.

„Wir sind noch nicht allein, Jim“, flüsterte er eindringlich.

Auch Kirk zuckte zusammen. Dann sah er sich vorsichtig um und drehte sich beruhigt zurück zu Spock.

„Sie sind gegangen, das haben wir wohl gar nicht bemerkt. Entspanne dich, Geliebter...“

Doch Spock fühlte sich gar nicht wohl bei dem Gedanken, dass die anderen sein Verhalten bemerkt hatten. Die eben erst aufgekommene Erregung war verschwunden.

Jim versuchte, ihn zu beruhigen.

„Es sind unsere Freunde. Mach dir keine Gedanken, Geliebter. Sie freuen sich für uns.“

Er zog den noch immer unsicher wirkenden Vulkanier auf die Knie und nahm dessen Kopf in die Hände.

„Ich liebe dich so sehr und ich möchte, dass wir beide eine wundervolle Nacht miteinander verbringen. Eine Nacht voller Zärtlichkeit und Leidenschaft. Ich werde dir all meine Liebe schenken und ich möchte, dass du alles annimmst, was ich dir gebe.“

Mehr als dieser Worte von seinem geliebten Freund hatte es für den Vulkanier nicht bedurft. Er zog Jim leidenschaftlich an sich und sank mit ihm wieder in den glühenden Schnee......

 

 

Ja, heute war die richtige Nacht dafür.

Mit seinen kühlen Händen streifte Jim seinem Freund die nachtblaue seidige Kleidung vom Körper, liebkoste ihn überall.

Der Vulkanier ließ all die Liebe zu, die Jim ihm schenkte und erwiderte sie.

Und in dem Moment, als Spock sich im Schnee zwischen die Beine seines Freundes kniete, in ihn eindrang, hatte er die letzte Barriere in seinen Gefühlen überwunden......

 

Die anderen Offiziere hatten sich in Uhuras Kabine zurück gezogen. Sie schmunzelten, konnten es nicht fassen.

„Kein Wort, meine Herren, keine Bemerkung oder sonstwas zu den beiden! Sie wissen alle, wie empfindlich Gefühle sind und auch wie unbekannt das alles für Mr. Spock ist.“ Scharf sah sie ihre Freunde an.

„Lass es gut sein, Nyota, wir sind doch alle froh, dass sich die beiden gefunden haben“, grinste Mr. Scott, „wir werden uns verhalten wie immer.“

„Das will ich hoffen.“

Uhura seufzte.

„Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass die Lebkuchen tatsächlich so gut geschmeckt haben wie in meiner Erinnerung.“

Sulu nickte.

„Sie waren in der Tat so köstlich wie keine andere Süßigkeit, die ich kenne.“

McCoy schüttelte verwundert den Kopf.

„Wie ist das nur möglich, dass in einer so unhöflichen Bäckerei so fantastische Lebkuchen gebacken werden? Für mich ist das ein ziemlicher Widerspruch.“

„Vielleicht stecken sie alle ihre Kraft und vor allem Liebe in die Lebkuchen und für einen höflichen Umgangston bleibt nichts mehr übrig?“ Sinnierte Chekov.

Da es aber nicht so wichtig war, dachten sie nicht weiter darüber nach und begaben sich alsbald zu Bett.

 

°°°°°°°°°°°°°Weiter in Teil 3