Das ist Weihnachten

Bitterblue melskubich@yahoo.de

 

 

 

Fandom: TOS

Altersangabe: G

Disclaimer: Leider gehören mir die Jungs und Mädels nicht. Ich habe sie nur für ein bisschen Fanfiction-Spaß ausgeborgt. Damit sollen keine Urheberrechte verletzt werden. Und natürlich wird damit nichts verdient.

 

 

Spock hatte alle Mühe, sich seine Neugier und seine Freude nicht anmerken zu lassen. Sarek würde ihn ohne Zweifel tadeln, wenn ihm seine Kontrolle entglitt. Er war zwar erst acht Jahre alt, doch der Sohn von Sarek hatte perfekt zu sein. Dabei hatte Spock allen Grund, verwirrt und von mühsam kontrollierten Emotionen hin und her gerissen zu sein.

 

Immerhin war er das erste Mal auf der Erde, umgeben von lauter noch unlogischeren Menschen, wie seine Mutter einer war. Zum ersten Mal besuchte er seine Großeltern, die, laut menschlichen Familienstrukturen mehr waren, als bloß Vater und Mutter seiner Mutter. Sie waren „Oma und Opa“ und wollten ihn ständig verwöhnen und verhätscheln.

 

Und auch Weihnachten feierte er zum ersten Mal. Er verstand nicht, warum man den Geburtstag von jemanden feierte, der schon über 2200 Jahre tot war, aber Amanda hatte nur gesagt, das habe etwas mit Glauben und nichts mit Logik zu tun. Und sein Vater hatte noch nicht einmal eine Augenbraue missbilligend gehoben.

 

Das Haus seiner Großeltern war über und über weihnachtlich dekoriert, es gab eine riesige Tanne, die mit bunten Kugeln, Lametta und Girlanden geschmückt war und den die Menschen „Weihnachtsbaum“ nannten. Es gab zahllose echte Kerzen, die die Räume in ein festliches Licht tauchten. Es hab Tannengrün, das zu Girlanden gewunden die Fenster schmückte. Es gab Geschichten von Engeln, Weihnachtsmännern und Hirten, die sein Opa mit tiefer Stimme beim Essen oder beim Tee erzählte. Es gab kalte weiße Flocken, die aus einem grau verhangenen Himmel fielen und kalt auf seiner Haut brannten: sein erster Schnee.

 

Und am 25. Dezember, dem ersten Weihnachtsfeiertag, gab es Geschenke. Bunt verpackte Päckchen, die mit Schleifen verziert waren. Selbst Sarek war in einem dicken Morgenmantel gehüllt noch vor dem Frühstück im Wohnzimmer erschienen, um seiner Frau und seinem Sohn seine Geschenke zu überreichen. Und fast schien es Spock so, als seien die starren Gesichtszüge seines Vaters nicht ganz so streng wie sonst. Als Spock das Geschenk seines Vaters auspackte und es endlich aus dem Papier ausgewickelt hatte, war er so verblüfft, dass er nicht anders konnte, als über das ganze Gesicht zu strahlen. Sein gestrenger Vater hatte ihm einen Teddybären geschenkt, ein Kuscheltier, das menschliche Kinder als Spielzeug bekamen und von dem seine Mutter schon so viel erzählt hatte. Lächelnd schaute er zu seinem Vater empor und zu seinem Erstauen schien Sarek zu ihm hinab zu lächeln. Zum ersten Mal seit langer Zeit bekam er keinen Tadel für seine mangelnde Kontrolle. Überschwänglich nahm seine Mutter ihn in den Arm und flüsterte etwas in sein Ohr: “Siehst du Spock, das ist Weihanachten!“