Titel: Sturm 1/8

Autor: Stelenan Accent@gmx.net

 

 

Paarung: K/S

Code: NC-17

 

******************

 

Disclaimer:

Leider, leider gehören die Jungs nicht mir. Spock und Kirk sind Eigentum von anderen hellen Geistern. Meine Geschichte ist reine Fanfiction, ich verdiene damit kein Geld und möchte keine Urheberrechte verletzen. Wenn jemand gleichgeschlechtliche Paarungen nicht mag und/oder unter 18 ist dann sucht er sich bitte andere Literatur.

 

******************

 

 

1 - Landung

 

„Verdammt“, Kirk schaltete die Triebwerke der Fähre ab und ließ sich in den Pilotenstuhl zurücksinken. Spock brummte zustimmend neben ihm und arbeitete ohne aufzusehen an der Konsole weiter. Standardprozeduren bei einem Notstopp. Notsignale, Umgebungsscan und weiteres.

 

„Notsignal jetzt aktiv, Captain. Wenn der Ionensturm anhält, wie berechnet, wird die Enterprise uns erst in zwei Komma eins Tagen wieder kontaktieren und aufnehmen können. Mr. Scott wird unweigerlich das Schiff in einen höheren Orbit gebracht haben.“

 

Kirk nickte stumm und stand auf, ließ die Fensterverkleidungen vor sich aufschnappen. Felsige und steinige Landschaft, nur unterbrochen von einigen Bäumen und Sträuchern breiteten sich vor ihm aus. Am Horizont eine dunkle Wolkenwand. Der Sturm, er würde diese Position bald erreichen. „Perfekt ...“, murrte er ironisch. „Nicht einmal Schnee.“

 

„Schnee?“ Spock sah irritiert auf und beschäftigte sich dann wieder mit den Messungen. „Wir sind durch die Atmosphäre vor den schlimmsten Auswirkungen und Strahlungen des Sturms geschützt, jedoch nicht vor dem Wetter, was damit verbunden ist. Ich kann leider nur schätzen, jedoch deutet die Stärke des Sturms auf Windstärken bis zu 200 und mehr Stundenkilometer hin.“

 

Kirk sah besorgt zu Spock. „200 Stundenkilometer? Es ist recht flach hier. Wir sollten die Fähre verankern. Solche Windstärken bewegen einige Tonnen und das Ding ist nicht gerade windschlüpfrig.“

 

„Korrekt.“ Spock schaltete den Computer ab und ging an eine Seitenwand, aus der er Tricorder und Phaser entnahm. „Die Verankerungen sind mechanisch, sie werden nicht standhalten auf dem Boden, der sich unter uns befindet. Erdreich und Sand bis in vier Meter Tiefe. Magnetische Verankerungen kommen nicht in Frage. Wir müssen Schutz in der hiesigen Biosphäre suchen.“

 

„In einem flachen Gelände?“ Kirk sah seinen Ersten Offizier skeptisch an und wieder aus dem Fenster. „Sträucher und Steine, wo sollen wir da Schutz finden?“

 

Noch immer brodelte der Frust in ihm, dass sie durch diesen plötzlich aufziehenden Sturm gezwungen worden waren hier Not zu landen. Gerade noch so eben, bevor magnetische Strahlungen die Triebwerke nutzlos machten und jegliche weitere Kommunikation unterbunden hatten. Eine Rückkehr zum Schiff war nicht möglich gewesen. Er würde die Weihnachtsfeier verpassen, wenn sie überhaupt stattfand.

 

Es hatte nur ein Überflug werden sollen, um ein Schiffswrack zu begutachten, was vor mehr als 50 Jahren auf diesem trostlosen Planeten abgestürzt war. Sie hatten es jedoch nicht finden können. Kirk seufzte frustriert und ließ sich wieder auf einen Stuhl sinken. „Okay Mr. Spock, welche Möglichkeiten haben wir?“

 

Spock legte den Kopf schräg und sah Kirk nachdenklich an. „In Anbetracht der Umstände nur zwei. Wir bleiben in dieser Fähre, die den kommenden Windstärken nicht standhalten kann und werden mit ihr über die Oberfläche der hiesigen Biosphäre geweht oder Möglichkeit zwei: Wir suchen Schutz für Leib und Leben in dem Gebirgszug, der sich etwa zwei Kilometer in nordöstlicher Richtung erstreckt und laut den letzten Scans, die ich vornehmen konnte zumindest einige Hohlräume besitzt.“

 

„Höhlen ...“

 

Spock nickte und stand mit auf den Rücken gelegten Händen abwartend an der Tür. „Die atmosphärischen Bedingungen sind akzeptabel. Die Temperatur liegt bei 10 Grad über Null und wir haben noch zwanzig Minuten zur Verfügung, bevor das Randgebiet des Sturmes mit Schnee, starkem Wind und elektrischen Entladungen dieses Gebiet erreicht.“

 

Kirk musterte den Vulkanier und dachte nach. Eine oder zwei Nächte in einer Höhle mit seinem Ersten Offizier. Nein, verbesserte sich Kirk, mit seinem Freund, mit dem Mann über den er intime Träume hatte, den er sogar körperlich begehrte, der als Vulkanier derartige Gefühle nicht kannte oder sie sogar abwies. Spock wusste nichts von Kirks geheimen Gedanken. Wie sollte er in zwei Tagen unmittelbarer Nähe seine geheimsten Wünsche über diesen Mann verbergen? Spock war Telepath, jede Berührung, jede Nähe konnte fatal sein.

 

Doch er war sein Erster Offizier und sein Wissenschaftsoffizier. Die Situation war da, nicht mehr zu vermeiden und er hatte Recht. Es gab keine Wahl. Wenn Spock der Meinung war, dass die Fähre dem kommenden Sturm nicht standhalten würde, dann war es so. Sie waren hier nicht sicher. Kirk seufzte und nickte. „Mr. Spock ... wir suchen also eine Höhle. Jetzt.“

 

„Aye Captain ...“ Spock nickte knapp und begann aus diversen Fächern und Schubladen Ausrüstungsgegenstände zusammenzusuchen. Kirk stoppte ihn. „Der Notsender. Sie müssen ihn ausbauen. Ich mache hier inzwischen den Rucksack mit der Ausrüstung fertig.“

 

Spock nickte stumm und ging zurück zur Pilotenkonsole. Er legte sich darunter und begann den Sender auszubauen. Einen Moment arbeiteten sie eilig und schwiegen. Von draußen konnte man erste Regentropfen hören und dumpfes fernes Grollen von Donner.

 

„Jim?“, kam Spocks gedämpfte Stimme. „In der hinteren Ablage sollten wattierte Parkas sein. Die Temperaturen werden fallen. Bitte ...“

 

„Ich weiß, ich weiß ... vielleicht schneit es ja doch noch, das ist zumindest etwas Entschädigung .... Ich hab sie schon rausgesucht, Mr. Spock. Noch etwas, was ich nicht bedacht haben könnte? Nahrung, Trinkwasser, Feueranzünder, Decken, Rucksack, Phaser, Tricorder, Warme Jacken, Peilgeräte, Überlebensset, Tricorder, Kommunikatoren, Medizinisches Notfall Pack, ...“, zählte Kirk auf als er alles durchging.

 

„Die Tricorder waren doppelt genannt, der Rest ist vollständig.“

 

„Für jeden einen Tricorder ...“, grinste Kirk über den pedantischen Kommentar. Spock hob lediglich eine Augenbraue und stellte den Notsender vorsichtig neben der Tür ab. Stumm zog er die dicke Jacke über, die seine dünne Statur fast um das doppelte verbreiterte.

 

Nachdem sie innerhalb von weiteren fünf Minuten alles in Rucksäcken verstaut hatten, blickte der Vulkanier fragend zu Kirk. „Ich verstehe nicht die Verbindung unserer Situation zu dem Element Schnee, welches Sie bereits zweimal ...“

 

„Spock ...“, wiegelte Kirk ab. Typisch für Spock erst minutenlang zu brüten und dann aus heiterem Himmel mit einer derartigen Frage zu kommen. Es gab im Moment dringlicheres. „Später .... Wie viel Zeit haben wir?“

 

„Sehr Wohl, Captain. Wir haben noch neun Minuten und zehn ...“

 

„Für zwei Kilometer?“, schnaufte Kirk. Sie würden schnell gehen müssen. Sehr schnell. Und dann hatten sie noch keine Höhle gefunden.

 

„Das ist die Entfernung bis wir die Gebirgskette erreicht haben, genau genommen zwei Komma eins Kilometer. Danach müssen wir eine Höhle finden. Es wäre in der Tat vorteilhaft, wenn wir die Strecke schneller zurücklegen könnten.“ Spock setzte sich den schwereren Rucksack mit dem Sender auf den Rücken und öffnete die Tür mit der flachen Hand. Kalter Wind wehte in die kleine Kabine und Spock schloss den Kragen seiner Jacke bis zum Kinn.

 

„Also sollten wir uns beeilen.“ Kirk trat aus der Fähre und nahm kurz die Umgebung in sich auf, die er bereits aus den vorwärtigen Fenstern gesehen hatte. Die Berge hatten sich hinter der Fähre verborgen und waren nun zu sehen. Sein Blick heftete sich auf das hohe Gebirgsmassiv, was sich fast zum Greifen nah auftürmte. In unmittelbarer Nähe zu den ersten Anhöhen war sogar dünner Baumbewuchs. Direkt dahinter türmten sich Felswände und Hänge bis zu Gipfeln auf, die fast 3000 Meter erreichten. „Das sind sehr hohe Berge.“

 

„Ein Gebirgsmassiv! Ich hatte gehofft, die Fähre dichter heranzubringen, doch der Magnetsturm verhinderte eine genauere Navigation. Sie werden uns Schutz vor den schlimmsten Ausläufern der Wetterfront bieten. Dennoch ... Eile ist dringend angeraten, Sir.“ Spock blickte in die entgegengesetzte Richtung und Kirk folgte seinem Blick.

 

Eine schwarze, drohende Wolkenwand war unweit am Horizont sichtbar. Wolkentürme erhoben sich weit in den Himmel und wurden bereits von den ersten unteren Wolkenschichten verdeckt. Es waren bereits Blitze zu erkennen und dumpf grollte Donner über die Ebene. Die Luft war kühl und ein recht kräftiger Wind blies über die flache Ebene, die Kirk zuvor durch die Fenster gesehen hatte.

 


Spock bewegte leicht die Schultern und schlug den Kragen seiner Jacke noch

 höher. Er würde als Vulkanier die Kälte intensiver empfinden, wusste Kirk. Selbst

 die angenehmen Temperaturen auf der Enterprise waren für ihn eher kühl.

 

„Der Sturm bewegt sich schneller fort als die Daten von vor einer Stunde es

 errechnet haben. Er gewinnt an Stärke im flachen Land“, berichtete Spock

 ruhig und verstaute den Tricorder in einer Seitentasche seiner Jacke. Er sah

 zu Kirk. „Wenn wir nicht im offenen Gelände von den ersten Starkwinden und

 Schneefällen überrascht werden wollen, sollten wir jetzt gehen.“

 

Kirk nickte, sah wieder zu den Bergen und seufzte. „Welche Richtung?“

 

Spock deutete mit dem Kopf zu einer dem Gebirgszug vor gelagerten Anhöhe. „Dorthin, danach werde ich das Gebiet genauer scannen müssen, um einen adäquaten Hohlraum zu finden, so es der Magnetsturm dann noch zulässt. Sonst müssen wir auf Sicht suchen.“

 

„... die dann auch nicht besser sein wird, vermute ich. Also ... gehen wir besser“, drängte Kirk als erster Donner aus der Nähe zu hören war. Der Sturm zog tatsächlich recht rasch auf.

 

Fortsetzung