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Titel: Manchmal
Autor: T'Sihek
Rating: K/S, ft, G, POV Kirk
Disclaimer: Ich leihe mir
die beiden nur aus und lasse meine Phantasie auf Wanderschaft gehen.
Manchmal
Die Weihnachtsfeier ist in
vollem Gange. Überall um mich herum fröhliche Gesichter. Der Duft von
Tannenzweigen, Glühwein und Eierpunsch liegt in der Luft, es brennen sogar
einige echte Kerzen - Scotty hatte etwas von einem speziellen, Brände
verhütenden Kraftfeld gemurmelt.
Ich wandere zwischen den
Gruppen umher, plaudere hier ein bisschen, lache dort über einen Scherz und
halte mich an meinem Glas mit Punsch fest. Es ist eine wunderschöne Feier, der
Raum so festlich geschmückt wie noch nie. Von irgendwoher ist eine echte Tanne aufgetaucht,
über jeder Tür hängen Mistelzweige.
Ständig schaue ich hin,
warte darauf, dass du hereinkommst.
Du wirst nicht kommen.
Ich weiß, du magst diese
Art von Festlichkeiten nicht besonders - zu laut, zu gedrängt und zu viel
Alkohol... zu viele offene Emotionen.
Hast du deshalb
freiwillig den Dienst in der Kartographieabteilung übernommen? Wahrscheinlich
schon. Es ist eine langweilige Arbeit, eintönig und einschläfernd. Dennoch muss
sie erledigt werden. Normaleweise machen das deine Mitarbeiter, überlassen dir
die Auswertung der außergewöhnlicheren Daten. Diesmal machst du alles allein,
damit dein Stab an der Weihnachtsfeier teilnehmen kann.
Hat dir überhaupt jemand
dafür gedankt? Vermutlich nicht. Sie halten dich für kalt und gefühllos,
"ein wandelnder Computer" eben.
Ich weiß es besser.
Dein trockener Humor, der
in deinen lebhaften Brauen und deinen sanften Augen zum Ausdruck kommt, fehlt
mir. Ich hätte zu gerne deine Kommentare zu einigen der "unlogischen"
Bräuche gehört. Manches ist wirklich unlogisch und trotzdem beharren wir
Menschen darauf. Warum sollte ein Kuss unter einem Mistelzweig Glück und Liebe
bringen? Und manchmal glauben wir sogar daran, dass zu Weihnachten Wünsche wahr
werden.
Aber es gibt keinen Weihnachtsmann, der die heimlichen Wünsche und Träume
erfüllt. Dafür muss man schon selber sorgen. Selbst gute Freunde wissen nicht
immer, wovon man träumt.
Aber es gibt auch
einiges, was du auf dieser Feier genießen würdest. Gewürzmandeln zum Beispiel,
oder die frischen Orangen, die wir bei unserem letzten Halt an einer
Raumstation extra für diese Feier geordert haben.
Ich weiß, du magst die
saftigen Früchte. Es gibt nichts vergleichbares auf Vulkan.
Du wirst nicht herkommen heute
Abend und so wird dir dieser Genuss entgehen. Morgen wird nichts mehr von den
Früchten oder den Süßigkeiten übrig sein.
Hast du heute eigentlich
schon etwas gegessen? Manchmal vergisst du das glatt, wenn du dich in die
sterile Welt der Computerdaten zurückziehst.
McCoy versucht mit mir zu
plaudern, will mich ablenken. Es gelingt ihm nicht. Immer wieder schaue ich zu
den Orangen hinüber. Viele sind nicht mehr übrig.
Würdest du dich darüber
freuen? Bestimmt!
Kurz entschlossen greife
ich nach einem Tablett. Es füllt sich schnell mit einigen Orangen, einem
Schälchen mit Gewürzmandeln - sie sind fürchterlich süß und duften nach Vanille
und Zimt. Du erlaubst dir diese Schwäche nicht oft, aber ich weiß, dass du sie
magst. Eine Kanne mit heißem Früchtepunsch ist auch noch da. Ich lege auch
einen der kleinen geschmückten Zweige dazu, die als Dekoration auf dem
Büffettisch liegen.
Bevor mich jemand
aufhalten kann bin ich auf dem Weg zu dir. Es ist nicht weit, dann stehe ich
vor der Tür zum Labor.
Du bist so in deine
Arbeit vertieft, dass du es gar nicht merkst als ich hereinkomme. Einen Moment
lang bleibe ich stehen und schaue dich einfach nur an. Du bewegst dich kaum,
sitzt praktisch reglos vor dem Computer und wertest die eintreffenden Daten
aus. Es ist dunkel im Raum, nur an deinem Platz brennt Licht. Du bist gerne im
Halbdunkeln, nicht wahr?
Schließlich bemerkst du
mich und drehst dich um, schaust mich fragend an. Das "Captain?"
steht in deinem Gesicht, auch wenn du es nicht aussprichst. Nicht
"Jim"?
Ein Lächeln erscheint in
deinen Augen, als ich näher komme und dir das Tablett auffällt. Dir ist
tatsächlich einmal etwas entgangen? Kaum zu glauben.
Ich lächele zurück und
biete dir die Leckereien an.
Diesmal lächelst du offen
- so offen wie du es nur mir gegenüber tust - und dankst mir. Es hat
tatsächlich niemand an dich gedacht. Ich sehe es an deinem Blick.
Zufrieden lehne ich mich
gegen die Konsole und schaue zu, wie du von den Mandeln naschst, dir dann eine
der Orangen schälst.
Du tust es mit der gleichen eleganten Präzision, die alle deine Bewegungen
auszeichnet. Deine Hände faszinieren mich und ich kann den Blick nicht davon
abwenden. Stück für Stück verschwindet die schützende Schale, dann brichst du
vorsichtig die Frucht auseinander. Etwas Saft droht herunterzutropfen und du
beugst dich schnell vor, leckst ihn von deinen Fingern. Ich halte die Luft an,
als ich es sehe.
Hast du es bemerkt?
Plötzlich schaust du auf, wartest mit gehobener Braue darauf, dass ich etwas
sage.
Ich stelle irgendeine Frage zu den Scannerdaten, nur um das knisternde
Schweigen zu brechen. Du antwortest, kühl und sachlich, dann beisst du in eine
der Fruchtspalten. Saft glitzert auf deinen Lippen und wieder leckst du ihn ab.
Mir wird heiß.
Manchmal wünsche ich mir, es gäbe einen Weihnachtsmann, der die heimlichen
Träume erfüllt, der Wünsche wahr macht.
Aus Furcht, du könntest merken, was mit mir los ist, trete ich hinter dich. Du
sitzt nicht mal auf einem Stuhl, nur ein Laborhocker ohne Rückenlehne. Deine
Schultern sind angespannt, verkrampft vom langen Sitzen.
Wenigstens das kann ich
für dich tun. Nur ich darf dich auf diese Weise berühren, das weiß ich.
Behutsam fange ich an deine Schultern zu massieren. Du lässt es geschehen, isst
währenddessen die Frucht auf und reinigst dann deine Finger an einer Serviette.
Auf dem Bildschirm vor
dir laufen die Daten weiter. Siehst du sie?
Ich glaube nicht, denn du reagierst nicht. Statt dessen lehnst du dich langsam
zurück, bis ich dich stütze. Schweigend lasse ich meine Hände auf deinen
Schultern ruhen, genieße die Vertrautheit zwischen uns.
Leise sagst du etwas,
machst mich auf etwas aufmerksam. Deine Stimme ist warm und tief, lässt wieder
diese Sehnsucht in mir entstehen. Wenn Wünsche doch nur wahr werden würden.
Ich seufze leise, antworte dir. Wir plaudern über die Daten, über den
unspektakulären Raumabschnitt, den wir gerade durchqueren. Genau richtig für
eine Weihnachtsfeier. Wenn du nur auch daran teilnehmen könntest.
Die Feier ist mir
plötzlich egal. Du bist hier, nur das zählt.
Das gedämpfte Licht vom
Bildschirm lässt dein Haar noch stärker glänzen als sonst. Ist es so weich, wie
es aussieht?
Plötzlich merke ich, dass du meine Hände festhältst. Dein Griff ist warm, fest und
doch auch zärtlich. Dein Daumen streicht über meine Haut und ich muss einen
Kloß im Hals hinunter schlucken, als du den Kopf drehst und zu mir aufsiehst.
Wärme liegt in deinem Blick, umfängt mich.
Dann wird dein Griff
fester und ich lasse mich von dir leiten, beuge mich langsam vor, bis sich
unsere Lippen berühren.
Manchmal...
... werden Träume wahr.