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Title:
Warten auf die Richtige
Autor: Acidqueen
<a.q @ gmx.de>
Paar: Wird nicht verraten :)
Rating: PG
Zusammenfassung: Mistelzweig
Disclaimer: Nicht meins.
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Die Weihnachtsfeier fing
gerade an, so dass der Sportsaal noch recht leer war, als Spock mit Kirk
hereinkam.
Nach der ersten offiziellen
Begrüßungsrunde, die er in seiner Position als Erster Offizier machen musste,
zog sich Spock wie üblich in den Hintergrund zurück. Er ging sogar so weit, ein
Padd aus dem Nichts herbeizuzaubern und einige Aufzeichnungen zu sichten.
McCoy, der an der Bar stand, runzelte die Stirn. Wahrscheinlich berechnete Spock gerade die Effizienz der Crew für
den morgigen Tag - nun, sie würde niedrig sein. Eigentlich war es
verwunderlich, dass Spock überhaupt noch hier geblieben war. Normalerweise
verschwand Spock so schnell wie möglich, wobei er Kirks Abwesenheit von der
Brücke vorschob, um selbst dorthin zu flüchten.
Aber heute Abend war es
irgendwie anders als sonst. Spock lief sogar für einen Moment ziellos umher,
und setzte sich dann…gegenüber der Haupteingangstür?
McCoy rieb sein Kinn. Etwas
Eigenartiges ging hier vor sich. Es schien fast so, als würde Spock auf jemand
besonderen warten. Aber nein, das konnte nicht sein - oder? Über der Tür war
der klassische Mistelzweig, den die Crew als Ausrede nutzte, um eine Reihe
ernster und weniger ernster Küsse auszutauschen. Aber würde Spock…?
Neugierig geworden nahm
McCoy seinen Drink und setzte sich in eine ruhige Ecke, von der aus er Spock,
die Tür und den Mistelzweig im Blick hatte. Es wurde endlich Zeit,
herauszufinden, auf wen Spock stand. Seit dem Pon Farr war Spock nicht mehr
ganz so asexuell wie zuvor. Und McCoy bezweifelte auch, dass das so einfach
möglich wäre, selbst wenn Spock in den unschuldigen, ignoranten Zustand zurück
wollte. Die Enterprise war voll mit interessanten Leuten - es war schwierig,
sich auf Dauer zu niemandem hingezogen zu fühlen.
Uhura kam zur Tür herein,
und McCoy hielt den Atem an - aber nein, Spock zuckte mit keinem Muskel.
Schade, dachte McCoy und nippte an seinem Drink. Er hatte immer gedacht, dass
sie gut zusammenpassen würden, und sie teilten ja auch diese Liebe zur Musik.
McCoy war auch ziemlich sicher, dass er sie schon bei mehr als einem
Seitenblick auf Spocks Unterleib erwischt hatte. Offensichtlich hatte der
Kommunikationsoffizier ein paar der interessanten medizinischen Unterlagen
gelesen, die McCoy in den letzten Monaten von der Medizinischen Akademie von
Vulkan angefordert hatte.
Die Tür ging wieder auf und
gab den Blick auf ein weiteres Mitglied der Brückencrew preis - aber McCoy
schüttelte sofort den Kopf. Rand war zwar nett, aber er wusste, dass sie es
nicht war. Spock war manchmal richtig unfreundlich zu ihr; Sulu, der sie gerade
unter dem Mistelzweig küsste, passte viel besser zu ihr. Sie gingen Hand in
Hand zur Bar. McCoy machte sich eine geistige Notiz, morgen mal bei Chapel nach
dem neuesten Stand zu fragen.
Um von Chapel zu sprechen -
da kam sie auch schon, M'Benga knapp hinter ihr. Sie würde Spock sicherlich
sofort küssen, aber der Vulkanier sah nicht einmal zu ihr hinüber. Stattdessen
musste sie sich mit M'Benga zufrieden geben, der seine Ankunft vermutlich
absichtlich so passend geplant hatte. McCoy wusste, dass sein Kollege ein Auge
auf sie geworfen hatte, aber offensichtlich würde sie noch etwas Zeit brauchen,
um über ihre Schwäche für Spock hinwegzukommen. Er hätte sicherlich mehr
Chancen mit spitzen Ohren.

Die nächste war Lieutenant
Polaski, einer der Shooting Stars des Maschinenraums. Scotty sang ständig ihr
Loblied, und sie war mit ihm und Spock zusammen bei einigen Projekten zugange.
McCoy war sich sicher, dass sie sich ein klein wenig in den Vulkanier verliebt
hatte. Aber es war scheinbar eine einseitige Sache, und so ging sie von der Tür
aus geradewegs in die Arme eines Kollegen, dessen Name McCoy gerade nicht
einfiel.
Andere kamen und gingen,
intelligente, gut aussehende Frauen aus allen Abteilungen, aber sie alle
schienen Spock kalt zu lassen. Sogar die junge Deltanerin, nach der sich alle
anderen umdrehten, brachte den Vulkanier nicht dazu, von seinem Padd
hochzuschauen.
"Hey, Pille, was machst
du so ganz alleine hier in der Ecke?" Mit einem lauten Plopp sank ein
leicht angeheiterter Jim Kirk auf den Stuhl zu McCoys Rechter.
Der Doktor sah ihn an.
Vielleicht…vielleicht? "Ich führe gerade ein Experiment durch, Jim. Und
ich brauche deine Hilfe."
"Klar." Kirk
zuckte mit den Schultern. "Was soll ich tun?"
"Geh da zur Tür raus
und komm wieder rein."
"Das ist alles?",
fragte Kirk leicht erstaunt.
"Das ist alles."
Der Captain zuckte nochmals
mit den Schultern, stand auf, und ging zur Tür. Das Schott öffnete und schloss
sich hinter ihm.
McCoy starrte atemlos auf
Spocks Rücken. Gleich würde er wissen, ob…
Die Tür ging wieder auf, und
mit fedrigen Schritten kam Kirk in den Raum zurück. Für einen Moment stand er
unter dem Mistelzweig und warf einen strahlenden Blick in die Runde - aber
nichts passierte. Spock stand nicht auf und ging auch nicht zu Kirk.
Tatsächlich hatte sich Spock immer noch keinen Millimeter von seinem Sitz
bewegt.
Kirk winkte McCoy, wurde
dann aber von einem Fähnrich aus der Abteilung Interstellare Geschichte
abgefangen, die die Chance ihres Lebens ergriff und den Captain küsste. Umso
besser für ihn, dachte McCoy.
McCoy lehnte sich verblüfft
in seinem Stuhl zurück. Jede Person, die ihm auch nur im Entferntesten als
halbwegs passend für Spock einfiel, war durch diese Tür gegangen, und Spock
hatte sie alle ignoriert. Offensichtlich hatten seine psychologischen
Kenntnisse mal wieder versagt, was den Vulkanier anging. Er würde ihn nie
verstehen.
Egal. Genug für heute Nacht.
Mit einer eigenartigen Mischung aus Erleichterung und Verwirrung, die er lieber
nicht analysieren wollte, ging er zur Bar, um sein und Kirks Glas dort
abzugeben. Als er in Richtung Tür an Spock vorbeiging, überlegte er für einen
Moment, ob er ihn ansprechen sollte, doch dann widerstand er der Versuchung. Er
hatte keine Lust, heute Abend noch zu debattieren.
"Doktor", sagte
jemand hinter ihm, und McCoy drehte sich um.
"Was gibt's, Mr.
Spock?", fragte McCoy überrascht, als er den Vulkanier auf sich zukommen
sah.
Ohne ein Wort der Erklärung
lehnte sich Spock vor und küsste ihn.
McCoy schnappte nach Luft.
"Spock! Sind Sie krank?"
"Ich befinde mich bei
bester Gesundheit, wie Sie selbst erst festgestellt haben", antwortete der
Vulkanier.
"Ich glaub's
nicht." McCoy schüttelte den Kopf. "Ich meine…da sitzen Sie über zwei
Stunden an dem verdammten Tisch, und dann stehen Sie für mich auf? Mit Ihrem
Verstand kann etwas nicht stimmen!"
"Tatsächlich war meine
Wartezeit um 30% kürzer als erwartet. Aber ich bin neugierig - was hat Sie in
Ihrer Ecke aufgehalten?"
"Mich aufgehalten? Sie
haben mich aufgehalten, weil ich wissen wollte, auf wen Sie warten." McCoy
gab ihm einen scharfen Blick. Er fühlte sich sehr viel besser damit, Spock
anzuschnauzen, statt über den viel zu anregenden Kuss nachzudenken. "Warum
sind Sie nicht einfach zu mir rüber gekommen und haben mich gefragt?"
"Eigentlich war es
meine Mutter, die vorgeschlagen hat, dass ich etwas kreativ sein sollte im
Umgang mit Menschen, an denen ich interessiert wäre", antwortete Spock,
und verfärbte sich einen Tick grünlicher.
McCoy lächelte schräg.
"Ich glaube nicht, dass sie an mich und einen Mistelzweig gedacht hat, als
sie das sagte."
"Ich bezweifle das
auch", gab Spock zu. Nach einem ungemütlichen Moment der Stille sagte er:
"Ich entschuldige mich, falls ich -"
McCoy hob die Hand.
"Nein…nein, kein Grund, sich zu entschuldigen. Es war eine nette Idee, und
nicht ganz…unwillkommen. Ich würde nur gern ein wenig darüber nachdenken. Sie
haben mich wirklich überrascht, Spock."
"Natürlich." Spock
legte seinen Kopf schräg. "Ich werde dann auf die Brücke gehen. Genießen
Sie die Party, Doktor."
McCoy schüttelte den Kopf.
Was zum Teufel -?
"Pille?"
Er erschrak und drehte sich
um. "Jim! Wo hast du denn den puppengesichtigen Fähnrich gelassen?"
"Als sie anfing über
die Russische Revolution zu reden, habe ich sie an Chekov weitergereicht",
antwortete Kirk. "Sag mal - hab ich das recht gesehen, dass Spock dich
geküsst hat?"
McCoy starrte ihn an.
"Spock mich küssen? Warum sollte er?"
"Keine Ahnung",
sagte Kirk und schüttelte den Kopf. "Ja, echt komisch. Ich meine…das kann
ja wohl nicht sein."
"Nein", stimmte
McCoy vollen Herzens zu, und fragte sich, ob sein leicht umnebelter Geist die
Begegnung mit Spock nur erfunden hatte.
Kirks verwirrter Blick
klarte sich auf. "Sorry, Pille. Irgendwie zieht Scottys Zeug jedes Jahr
mehr rein. Lass uns zur Party zurückgehen."
Wohlwissend, dass sich die
Sache zwischen Spock und ihm heute Nacht sowieso nicht mehr klären würde,
feierte McCoy mit Kirk und dem Rest der Mannschaft an der Bar weiter. Und wenn
er manchmal ein wenig gedankenverloren vor sich hin sah, so nahm es niemand
persönlich…
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Und heute
gibt es noch ein Extra. Ein Fotomanip von Myra
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