Titel: Es weihnachtet sehr Autor: Caelicola Serie: Star Trek TOS Paarung: K/S Rating: PG Disclaimer: Star Trek gehört Viacom/Paramount. Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen. ************************************************************ Dies ist im übrigen meine allererste Story, die ich je geschrieben habe. Also fühlt euch gewarnt - Ich übernehme keine Haftung für eventuelle Nebenwirkungen. Vielen Dank an T'Len für die Adventskalenderidee und den Wink mit der großen Zaunlatte. ************************************************************ Schnee knirschte unter ihren Füßen als sie sich langsam stapfend auf die flackernden Lichter zu bewegten. "Es wird dir gefallen" wandte sich Jim schnaufend seinem Gefährten zu. "Ich weiß nicht warum mir dieser Ausflug gefallen sollte. Es ist klirrend kalt, der Schnee von oben läuft mir in den Kragen und hinterläßt eisige Schauer auf meinem Körper und der nasse Schnee an meinen Füßen verwandelt eben diese gerade in gefühllose Eisblöcke" murrte ein bis über beide Ohren vermummter Vulkanier. "Außerdem sind meine Lungen einem Wüstenklima angepaßt." "Dann solltest du dich hier eigentlich richtig wohlfühlen. Oder willst du etwa bestreiten, dass wir uns gerade durch eine regelrechte Schneewüste kämpfen" entgegnete ein lachender Jim. Bei dieser Bemerkung blieb Spock überraschend stehen und baute sich mit auf dem Rücken verschränkten Armen vor seinem Begleiter auf. "Jim, es ist eine bekannte Tatsache, dass vulkanische Lungen sehr empfindlich auf hohe Feuchtigkeit reagieren und sich der vulkanische Körper nicht adäquat gegen niedrige Temperaturen schützen kann" versuchte sich Spock zu rechtfertigen. "Das heißt, ihr heißblütigen Vulkanier seid besonders empfänglich für Frostbeulen aller Art, besonders vermutlich für Erfrierungen der Ohrspitzen" kicherte der Mensch vor sich hin. Daraufhin verschwanden Spocks Augenbrauen unter dem unter einer dicken Wollmütze verborgenen Pony, legte sich seine Stirn in Falten und blinzelten zwei dunkle Augen indigniert in Jims Richtung. "Ach komm schon Spock, warum willst du alles immer wortwörtlich verstehen. Und überhaupt ist der Besuch eines Weihnachtsmarktes jetzt genau das Richtige für dich. Dort finden wir sicher eine Möglichkeit dich wieder aufzutauen" erwiderte Jim schmunzelnd und zog den Vulkanier weiter in Richtung der Lichter, der Musik und des fröhlichen Treibens. "Ich habe gehört, dass es auf diesem Markt den besten Glühwein weit und breit geben soll." "Vulkanier vertragen keinen Alkohol" kam Spocks kühle Antwort zurück. "Und wer hat dann die letzte Flasche Brandy fast allein ausgetrunken? , konterte Jim als sie an lichtegeschmückten Bäumen vorbei den Markt betraten. "Also wirklich, Spock. Wir wissen doch beide, dass es eine Legende ist, wonach Vulkanier weder lügen können noch keinen Alkohol vertragen." "Jim, Glühwein und Punsch sind wegen ihrer unangenehmen Nebenwirkungen nicht für den vulkanischen Metabolismus geeignet." Bei dieser Antwort blinzelte Jim seinen Freund ungläubig an. "Nebenwirkungen? Von Glühwein oder Punsch? Davon habe ich noch nie gehört. Mir wird davon immer nur wohlig warm. Warum sollte es Nebenwirkungen bei Vulkaniern geben, wenn sie sogar hochprozentiges gut vertragen?" "Es ist die Süße, welche diese und andere Getränke für uns Vulkanier unverträglich macht." "Und wie äußert sich diese Unverträglichkeit?",bohrte Jim weiter. "Durch einen ausgewachsenen Kater", kam Spocks trockene Antwort wie auf Kommando. Gleichzeitig verengten sich seine Augen und ein leichtes Kräuseln der schmalen Lippen zeigte an, dass auch ihm diese Wortspielerei Spaß zu machen begann. "Oh... na dann sollten wir uns unbedingt nach einer anderen Möglichkeit des Aufwärmens für dich umsehen. Immerhin will ich morgen früh nicht zur Beute einer ausgewachsenen vulkanischen Wildkatze werden", gluckste Jim voller Vergnügen. *** Einige Zeit später hielten beide Männer eine jeweils dampfende Tasse in der Hand. Während Jim bemüht war sich an seinem heißen Glühwein nicht den Mund zu verbrennen, hatte Spock seine Teetasse in Rekordzeit geleert und machte sich auf den Weg, um Nachschub für sich zu holen. Immerhin war er bis auf die Knochen durchgefroren und brauchte dringend eine erhebliche Wärmezufuhr. In den folgenden 3 Stunden besichtigten sie eine Schnitzerwerkstatt, drehten Kerzen aus Bienenwachs, schauten zu wie aus Glaskugeln und einer geschickten Malerhand ein kunstvoller Weihnachtsbaumschmuck entstand, lauschten den weihnachtlichen Klängen und bestaunten die riesige Holzpyramide in der Mitte des Marktes. Spock genoß es, seinen Freund so entspannt zu sehen. Mit den glitzernden Augen und den von der Kälte geröteten Wangen sah er nicht wie ein kommandierender Offizier aus, der noch vor wenigen Tagen über Leben und Tod entscheiden mußte. Er wirkte vielmehr wie ein aufgeregter großer Junge am Vorabend der Bescherung, dem es gelang, sogar einen steifen Vulkanier mit seiner Freude anzustecken. Dafür nahm er gern ein Paar kalte Füße in Kauf. Neben dem mit echten Kerzen geschmückten Weihnachtsbaum stehend, legte Jim den Kopf in den Nacken und blickte in den sternenübersäten Himmel. "Es hat sich nichts geändert, seit ich das letzte Mal hier war", murmelte er. "Der Geruch nach gebrannten Mandeln, Waffeln und Glühwein, das Klingeln der Schlittenglöckchen, das fröhliche Kindergeschrei... alles ist noch so wie ich es aus meiner Kindheit erinnere. Selbst der Weihnachtsmann ist noch genauso dick wie damals" raunte Jim leise lachend. Als ihn warme Finger an der Wange berührten, wandte Jim seinen Blick von dem Panorama über ihnen ab und schaute direkt in zwei vor Liebe und Wärme leuchtende Augen. "Mein Freund, ich danke dir, dass du mich auf diese Reise in meine Vergangenheit begleitest hast. Es ist so viel aufregender dies mit einer geliebten Person an seiner Seite zu erleben." Einige Augenblicke lang sah Spock seinen Geliebten schweigend an. "Es war auch eine große Freude für mich, einen Blick in Deine Kindheit werfen zu können, Thyla. Ich danke dir für diese Erfahrung." Mit einem Augenzwinkern setzte er noch ein "damit meine ich jedoch nicht die Erfahrung eisgekühlter Füße" hinzu. In Gedanken versunken, machten sie sich auf die Suche nach dem Ausgang. Dort angekommen, blieb Spock so unvermittelt stehen, dass Jim, der einen Schritt hinter ihm herging, seinen Freund fast umgerannt hätte. Nur mit Mühe konnten sie verhindern bäuchlings im Schnee zu landen. "Spock? Was ist passiert? Warum bist du so urplötzlich stehen geblieben? " "Ich habe etwas wichtiges vergessen" erwiderte Spock, während er sich sanft von den haltenden Armen des Menschen befreite. "Bitte warte hier auf mich, ich bin gleich zurück". Mit diesen Worten verschwand der Vulkanier in dem Menschengedränge und ließ einen verdutzt dreinblickenden Raumschiffcaptain zurück. Nach nur 2 Minuten stand Spock wieder vor ihm, die Hände auf dem Rücken gelegt und den Blick verlegen auf den Boden gerichtet. "Alles in Ordnung? Wo warst du?" fragte Jim leise. "Entschuldige Jim, dass ich einfach so losgelaufen bin. Aber ich hatte das dringende Bedürfnis... ich musste... ähm, nein ich wollte dir unbedingt ein Geschenk kaufen" stammelte Spock und legte ihm mit diesen Worten ein riesengroßes Lebkuchenherz um den Hals. Dieses Mal waren es Jims Augenbrauen, die in Rekordzeit unter dem widerspenstigen Pony verschwanden. Gleichzeitig fühlte er wie sich seine Augen mit Tränen füllten und der Kloß im Hals zunehmend an Größe gewann. "Oh Spock" waren die einzigen Worte, die Jim hervorbrachte, bevor er seinen vulkanischen Freund, einem Impuls folgend, in die Arme nahm und fest an sich drückte. Wenn Jim erwartet hatte, dass sich Spock gegen diese öffentliche Zurschaustellung seiner Gefühle zur Wehr setzen würde, erlebte er jetzt die nächste Überraschung. Sein Freund schien den Körperkontakt mit ihm zu suchen, schmiegte sich regelrecht in seine Umarmung. Als dann aber auch noch Spocks Lippen seinen Mund fanden und ihn voller Hunger und Leidenschaft küßten, begannen in Jims Kopf alle Alarmsirenen zu heulen. Nur mit Mühe konnte er sich von den weichen und warmen Lippen losreißen. "Spock", brachte er mühsam nach Atem ringend hervor. "Was ist nur los mit dir?" "Was meinst du Jim? Mir geht es ausgezeichnet." "Nun, normalerweise bist du nicht so freizügig, wenn es um das zeigen von Gefühlen geht. Im Gegenteil, meistens versuchst du allen weiß zu machen, dass du nicht empfindest und Emotionen unlogisch sind" Spock sah ihn aus warm glänzenden Augen an und strich ihm mit den Fingerspitzen über die kussgeschwollenen Lippen. "Jim, du hast mir in den vergangenen Stunden so viel über die menschlichen Weihnachtsbräuche erzählt, darüber gesprochen, wie viel dir diese Vorweihnachtszeit bedeutet, und dass es eine besondere Zeit der Liebe ist. Ich dachte es ist an der Zeit, dass auch ich dir zeige, wieviel es mir bedeutest, dass du Dein Leben und Deine Liebe mit mir teilst." "Ja aber hier in aller Öffentlichkeit?",murmelte Jim etwas verunsichert. "Bist du sicher, dass es dir wirklich gut geht?" "Warum sollte es mir nicht gutgehen? Meine Füße sind aufgetaut, mir ist angenehm warm und ich bin unglaublich hungrig." "Hungrig? ... Dann sollten wir dir etwas zu essen holen. Worauf hast du Appetit? Dort drüben gibt es zum Beispiel gebackenes Gemüse und Flammenkuchen" erwiderte Jim und setzte sich in Richtung des nächsten Marktstandes in Bewegung. Nach nur drei Schritten fand er sich in den Armen seines Geliebten wieder. "Das wonach es mich hungert, gibt es hier nicht zu kaufen", flüsterte ihm eine rauhe Stimme ins Ohr und jagte damit Schauer der Erregung über seinen Rücken. Wie um ihn zu necken, ließ Jim seine Zunge an Spocks weichen Lippen entlangfahren, um sich nur wenige Sekunden später von ihnen zu lösen. "Spock, was hast du vorhin getrunken?" "Jim, du warst doch dabei als ich die 3 Tassen Tee getrunken habe, um mich etwas aufzuwärmen." "Und warum schmecke ich dann Rum auf Deinen Lippen, mein Freund?" "Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Ich kann nur sagen, dass der Tee ein ausgezeichnetes Aroma hatte. Ich hoffe auf eine Gelegenheit mir einen Vorrat davon zuzulegen, solange wir auf der Erde sind." "Und wie hieß der Tee Spock?" fasste Jim nach. "Nun, er nannte sich ganz einfach Jagertee." "Wie bitte? Jagertee? prustete Jim und fing im nächsten Moment an zu kichern. Spock schauten ihn mehrere Sekunden lang verständnislos an und seine rechte Augenbraue schien hilflos zu fragen "Jim?" "Tja mein Lieber, nachdem du dich noch vor einigen Stunden über die Nebenwirkungen von Glühwein ausgelassen hast, kann ich dir versichern, ein Jagertee ist dagegen ein richtiger Bretterknaller. Schwarzer Tee gemischt mit Zucker, Rotwein, Zimt, Nelken, Obstler und Rum stellen eine potente Droge dar." "Und das heißt jetzt?" fragte Spock völlig unschuldig. "Das heißt, dass ich gerade einen Vulkanier mit einem ordentlichen Schwips in den Armen halte" erwiderte Jim lächelnd. "Mmmmhhh, ich glaube ich werde mir einen größeren Vorrat als zunächst geplant anlegen. Und außerdem bin ich noch immer völlig ausgehungert" entgegnete Spock, als seine Hände gerade unter Jims Jacke verschwanden. "Spock, doch nicht hier. Komm, laß uns nach Hause gehen. Dort ist es viel wärmer und weicher und wir können unseren Hunger gemeinsam stillen. " *** Wenig später strebten beide Freunde sich an den Händen haltend dem Ausgang zu. Während Spock erfolglos versuchte die von dem Jagertee verursachte Heiterkeit aus seinem Gesicht zu verbannen, schritt Jim mit stolz erhobenen Haupt neben ihm her und hielt Spocks Lebkuchenherz wie einen Schutzschild vor seine Brust. Sollten doch alle Leute wissen, was er für den Mann an seiner Seite empfand, und dass dieser seine Gefühle aus tiefster Seele erwiderte. Die Aufschrift aus weißem Zuckerguß "ICH LIEBE DICH, MEIN WEIHNACHTSENGEL" war Beweis genug. Es würde ein wirklich fröhliches Weihnachtsfest werden.