Titel: Es weihnachtet sehr Autor: Caelicola
Serie: Star Trek TOS
Paarung:
K/S
Rating:
PG
Disclaimer:
Star Trek gehört Viacom/Paramount. Die Rechte der in dieser Fan-Story
verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern.
Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen
oder diese Inhaberrechte zu verletzen.
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Dies
ist im übrigen meine allererste Story, die ich je geschrieben habe.
Also
fühlt euch gewarnt – Ich übernehme keine Haftung für eventuelle Nebenwirkungen.
Vielen
Dank an T’Len für die Adventskalenderidee und den Wink mit der großen
Zaunlatte.
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Schnee
knirschte unter ihren Füßen als sie sich langsam stapfend auf die flackernden
Lichter zu bewegten.
„Es
wird dir gefallen“ wandte sich Jim schnaufend seinem Gefährten zu.
„Ich
weiß nicht warum mir dieser Ausflug gefallen sollte. Es ist klirrend kalt, der
Schnee von oben läuft mir in den Kragen und hinterläßt eisige Schauer auf
meinem Körper und der nasse Schnee an meinen Füßen verwandelt eben diese gerade
in gefühllose Eisblöcke“ murrte ein bis über beide Ohren vermummter Vulkanier.
„Außerdem sind meine Lungen einem Wüstenklima angepaßt.“
„Dann
solltest du dich hier eigentlich richtig wohlfühlen. Oder willst du etwa
bestreiten, dass wir uns gerade durch eine regelrechte Schneewüste kämpfen“
entgegnete ein lachender Jim.
Bei
dieser Bemerkung blieb Spock überraschend stehen und baute sich mit auf dem Rücken
verschränkten Armen vor seinem Begleiter auf. „Jim, es ist eine bekannte
Tatsache, dass vulkanische Lungen sehr empfindlich auf hohe Feuchtigkeit
reagieren und sich der vulkanische Körper nicht adäquat gegen niedrige
Temperaturen schützen kann“ versuchte sich Spock zu rechtfertigen.
„Das
heißt, ihr heißblütigen Vulkanier seid besonders empfänglich für Frostbeulen
aller Art, besonders vermutlich für Erfrierungen der Ohrspitzen“ kicherte der
Mensch vor sich hin.
Daraufhin
verschwanden Spocks Augenbrauen unter dem unter einer dicken Wollmütze
verborgenen Pony, legte sich seine Stirn in Falten und blinzelten zwei dunkle
Augen indigniert in Jims Richtung.
„Ach
komm schon Spock, warum willst du alles immer wortwörtlich verstehen. Und
überhaupt ist der Besuch eines Weihnachtsmarktes jetzt genau das Richtige für
dich. Dort finden wir sicher eine Möglichkeit dich wieder aufzutauen“ erwiderte
Jim schmunzelnd und zog den Vulkanier weiter in Richtung der Lichter, der Musik
und des fröhlichen Treibens. „Ich habe gehört, dass es auf diesem Markt den
besten Glühwein weit und breit geben soll.“
„Vulkanier
vertragen keinen Alkohol“ kam Spocks kühle Antwort zurück.
„Und
wer hat dann die letzte Flasche Brandy fast allein ausgetrunken? , konterte Jim
als sie an lichtegeschmückten Bäumen vorbei den Markt betraten. „Also wirklich,
Spock. Wir wissen doch beide, dass es eine Legende ist, wonach Vulkanier weder
lügen können noch keinen Alkohol vertragen.“
„Jim,
Glühwein und Punsch sind wegen ihrer unangenehmen Nebenwirkungen nicht für den
vulkanischen Metabolismus geeignet.“
Bei
dieser Antwort blinzelte Jim seinen Freund ungläubig an. „Nebenwirkungen? Von
Glühwein oder Punsch? Davon habe ich noch nie gehört. Mir wird davon immer nur
wohlig warm. Warum sollte es Nebenwirkungen bei Vulkaniern geben, wenn sie
sogar hochprozentiges gut vertragen?“
„Es
ist die Süße, welche diese und andere Getränke für uns Vulkanier unverträglich
macht.“
„Und
wie äußert sich diese Unverträglichkeit?“,bohrte Jim weiter.
„Durch
einen ausgewachsenen Kater“, kam Spocks trockene Antwort wie auf Kommando.
Gleichzeitig verengten sich seine Augen und ein leichtes Kräuseln der schmalen
Lippen zeigte an, dass auch ihm diese Wortspielerei Spaß zu machen begann.
„Oh...
na dann sollten wir uns unbedingt nach einer anderen Möglichkeit des Aufwärmens
für dich umsehen. Immerhin will ich morgen früh nicht zur Beute einer
ausgewachsenen vulkanischen Wildkatze werden“, gluckste Jim voller Vergnügen.
***
Einige
Zeit später hielten beide Männer eine jeweils dampfende Tasse in der Hand.
Während Jim bemüht war sich an seinem heißen Glühwein nicht den Mund zu
verbrennen, hatte Spock seine Teetasse in Rekordzeit geleert und machte sich
auf den Weg, um Nachschub für sich zu holen. Immerhin war er bis auf die
Knochen durchgefroren und brauchte dringend eine erhebliche Wärmezufuhr.
In
den folgenden 3 Stunden besichtigten sie eine Schnitzerwerkstatt, drehten
Kerzen aus Bienenwachs, schauten zu wie aus Glaskugeln und einer geschickten
Malerhand ein kunstvoller Weihnachtsbaumschmuck entstand, lauschten den
weihnachtlichen Klängen und bestaunten die riesige Holzpyramide in der Mitte
des Marktes.
Spock
genoß es, seinen Freund so entspannt zu sehen. Mit den glitzernden Augen und
den von der Kälte geröteten Wangen sah er nicht wie ein kommandierender
Offizier aus, der noch vor wenigen Tagen über Leben und Tod entscheiden mußte.
Er wirkte vielmehr wie ein aufgeregter großer Junge am Vorabend der Bescherung,
dem es gelang, sogar einen steifen Vulkanier mit seiner Freude anzustecken.
Dafür nahm er gern ein Paar kalte Füße in Kauf.
Neben
dem mit echten Kerzen geschmückten Weihnachtsbaum stehend, legte Jim den Kopf
in den Nacken und blickte in den sternenübersäten Himmel. „Es hat sich nichts geändert,
seit ich das letzte Mal hier war“, murmelte er. „Der Geruch nach gebrannten
Mandeln, Waffeln und Glühwein, das Klingeln der Schlittenglöckchen, das
fröhliche Kindergeschrei... alles ist noch so wie ich es aus meiner Kindheit
erinnere. Selbst der Weihnachtsmann ist noch genauso dick wie damals“ raunte
Jim leise lachend.
Als
ihn warme Finger an der Wange berührten, wandte Jim seinen Blick von dem
Panorama über ihnen ab und schaute direkt in zwei vor Liebe und Wärme
leuchtende Augen. „Mein Freund, ich danke dir, dass du mich auf diese Reise in
meine Vergangenheit begleitest hast. Es ist so viel aufregender dies mit einer
geliebten Person an seiner Seite zu erleben.“
Einige
Augenblicke lang sah Spock seinen Geliebten schweigend an. „Es war auch eine große
Freude für mich, einen Blick in Deine Kindheit werfen zu können, Thyla. Ich
danke dir für diese Erfahrung.“ Mit einem Augenzwinkern setzte er noch ein
„damit meine ich jedoch nicht die Erfahrung eisgekühlter Füße“ hinzu.
In
Gedanken versunken, machten sie sich auf die Suche nach dem Ausgang. Dort
angekommen, blieb Spock so unvermittelt stehen, dass Jim, der einen Schritt
hinter ihm herging, seinen Freund fast umgerannt hätte. Nur mit Mühe konnten
sie verhindern bäuchlings im Schnee zu landen.
„Spock?
Was ist passiert? Warum bist du so urplötzlich stehen geblieben?“
„Ich
habe etwas wichtiges vergessen“ erwiderte Spock, während er sich sanft von den
haltenden Armen des Menschen befreite. „Bitte warte hier auf mich, ich bin
gleich zurück“. Mit diesen Worten verschwand der Vulkanier in dem
Menschengedränge und ließ einen verdutzt dreinblickenden Raumschiffcaptain
zurück.
Nach
nur 2 Minuten stand Spock wieder vor ihm, die Hände auf dem Rücken gelegt und
den Blick verlegen auf den Boden gerichtet.
„Alles
in Ordnung? Wo warst du?“ fragte Jim leise.
„Entschuldige
Jim, dass ich einfach so losgelaufen bin. Aber ich hatte das dringende
Bedürfnis... ich musste... ähm, nein ich wollte dir unbedingt ein Geschenk
kaufen“ stammelte Spock und legte ihm mit diesen Worten ein riesengroßes
Lebkuchenherz um den Hals.
Dieses
Mal waren es Jims Augenbrauen, die in Rekordzeit unter dem widerspenstigen Pony
verschwanden. Gleichzeitig fühlte er wie sich seine Augen mit Tränen füllten
und der Kloß im Hals zunehmend an Größe gewann. „Oh Spock“ waren die einzigen
Worte, die Jim hervorbrachte, bevor er seinen vulkanischen Freund, einem Impuls
folgend, in die Arme nahm und fest an sich drückte. Wenn Jim erwartet hatte,
dass sich Spock gegen diese öffentliche Zurschaustellung seiner Gefühle zur
Wehr setzen würde, erlebte er jetzt die nächste Überraschung. Sein Freund
schien den Körperkontakt mit ihm zu suchen, schmiegte sich regelrecht in seine
Umarmung. Als dann aber auch noch Spocks Lippen seinen Mund fanden und ihn
voller Hunger und Leidenschaft küßten, begannen in Jims Kopf alle Alarmsirenen
zu heulen. Nur mit Mühe konnte er sich von den weichen und warmen Lippen
losreißen.
„Spock“,
brachte er mühsam nach Atem ringend hervor. „Was ist nur los mit dir?“
„Was
meinst du Jim? Mir geht es ausgezeichnet.“
„Nun, normalerweise bist du nicht so freizügig,
wenn es um das zeigen von Gefühlen geht. Im Gegenteil, meistens versuchst du
allen weiß zu machen, dass du nicht empfindest und Emotionen unlogisch sind“
Spock
sah ihn aus warm glänzenden Augen an und strich ihm mit den Fingerspitzen über
die kussgeschwollenen Lippen. „Jim, du hast mir in den vergangenen Stunden so
viel über die menschlichen Weihnachtsbräuche erzählt, darüber gesprochen, wie
viel dir diese Vorweihnachtszeit bedeutet, und dass es eine besondere Zeit der
Liebe ist. Ich dachte es ist an der Zeit, dass auch ich dir zeige, wieviel es
mir bedeutest, dass du Dein Leben und Deine Liebe mit mir teilst.“
„Ja
aber hier in aller Öffentlichkeit?“,murmelte Jim etwas verunsichert. „Bist du
sicher, dass es dir wirklich gut geht?“
„Warum
sollte es mir nicht gutgehen? Meine Füße sind aufgetaut, mir ist angenehm warm
und ich bin unglaublich hungrig.“
„Hungrig?
... Dann sollten wir dir etwas zu essen holen. Worauf hast du Appetit? Dort
drüben gibt es zum Beispiel gebackenes Gemüse und Flammenkuchen“ erwiderte Jim
und setzte sich in Richtung des nächsten Marktstandes in Bewegung.
Nach
nur drei Schritten fand er sich in den Armen seines Geliebten wieder. „Das
wonach es mich hungert, gibt es hier nicht zu kaufen“, flüsterte ihm eine rauhe
Stimme ins Ohr und jagte damit Schauer der Erregung über seinen Rücken. Wie um
ihn zu necken, ließ Jim seine Zunge an Spocks weichen Lippen entlangfahren, um
sich nur wenige Sekunden später von ihnen zu lösen.
„Spock,
was hast du vorhin getrunken?“
„Jim,
du warst doch dabei als ich die 3 Tassen Tee getrunken habe, um mich etwas
aufzuwärmen.“
„Und
warum schmecke ich dann Rum auf Deinen Lippen, mein Freund?“
„Ich
habe nicht die leiseste Ahnung. Ich kann nur sagen, dass der Tee ein
ausgezeichnetes Aroma hatte. Ich hoffe auf eine Gelegenheit mir einen Vorrat
davon zuzulegen, solange wir auf der Erde sind.“
„Und
wie hieß der Tee Spock?“ fasste Jim nach.
„Nun,
er nannte sich ganz einfach Jagertee.“
„Wie
bitte? Jagertee? prustete Jim und fing im nächsten Moment an zu kichern.
Spock
schauten ihn mehrere Sekunden lang verständnislos an und seine rechte
Augenbraue schien hilflos zu fragen „Jim?“
„Tja
mein Lieber, nachdem du dich noch vor einigen Stunden über die Nebenwirkungen
von Glühwein ausgelassen hast, kann ich dir versichern, ein Jagertee ist
dagegen ein richtiger Bretterknaller. Schwarzer Tee gemischt mit Zucker,
Rotwein, Zimt, Nelken, Obstler und Rum stellen eine potente Droge dar."
„Und
das heißt jetzt?“ fragte Spock völlig unschuldig.
„Das
heißt, dass ich gerade einen Vulkanier mit einem ordentlichen Schwips in den
Armen halte“ erwiderte Jim lächelnd.
„Mmmmhhh,
ich glaube ich werde mir einen größeren Vorrat als zunächst geplant anlegen.
Und außerdem bin ich noch immer völlig ausgehungert“ entgegnete Spock, als
seine Hände gerade unter Jims Jacke verschwanden.
„Spock,
doch nicht hier. Komm, laß uns nach Hause gehen. Dort ist es viel wärmer und
weicher und wir können unseren Hunger gemeinsam stillen.“
***
Wenig
später strebten beide Freunde sich an den Händen haltend dem Ausgang zu.
Während Spock erfolglos versuchte die von dem Jagertee verursachte Heiterkeit
aus seinem Gesicht zu verbannen, schritt Jim mit stolz erhobenen Haupt neben
ihm her und hielt Spocks Lebkuchenherz wie einen Schutzschild vor seine Brust.
Sollten doch alle Leute wissen, was er für den Mann an seiner Seite empfand,
und dass dieser seine Gefühle aus tiefster Seele erwiderte. Die Aufschrift aus
weißem Zuckerguß „ICH LIEBE DICH, MEIN WEIHNACHTSENGEL“ war Beweis genug. Es
würde ein wirklich fröhliches Weihnachtsfest werden.