Titel: Winterzauberwald

Teil: 1/4

Autor: T’Sihek

Serie: TOS

Paarung: K/S

Rating: NC-17, First Time

Zusammenfassung: Spock und Kirk verbringen einen gemeinsamen Weihnachtsurlaub in den verschneiten Wäldern der Rocky Mountains. 

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Disclaimer: Spock und Kirk gehören Paramount/Viacom. Der Rest gehört mir und ich beabsichtige nicht, einen Gewinn daraus zu erzielen – außer Spaß zu haben.

Wer unter 18 ist oder homoerotische Erzählungen nicht mag, sollte bitte nicht weiterlesen.

 

 

 

 

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     T    Winterzauberwald       T

 

Teil 1                                                                                     T

                                                                                 

Spock steuerte den Bodenwagen mit ruhiger Konzentration durch die verschneite Landschaft. Er hatte noch nicht oft in seinem Leben so viel Schnee gesehen und die weiße, wie verzaubert wirkende Umgebung faszinierte ihn. Er fuhr relativ langsam, so dass er den Anblick der mit dicken Schneepolstern bedeckten Tannen bewundern konnte. Und einmal mehr fragte er sich, was ihn dazu hatte bringen können, diese Fahrt zu unternehmen.

Seine Gedanken wanderten zurück...

 

Es war noch nicht lange her, seit Captain Kirk das Kommando über die Enterprise erhalten hatte, acht Komma zwei Monate um genau zu sein. Und er hatte nicht nur das Kommando übernommen, sondern war auch wie ein Wirbelwind in Spocks, bis dahin geordnetes, ruhiges aber auch einsames, Leben eingebrochen.

 

Spock war der einzige Vulkanier im Dienst der Flotte und Vorurteile und Missverständnisse machten es ihm schwer, seinen Platz in der Crew zu finden. Zudem hatte Pike nur sehr wenig dafür getan, ihn besser zu integrieren. Als Folge davon hatte er sich zurückgezogen, den größten Teil seiner Freizeit eher unfreiwillig in seiner Kabine verbracht. Denn gleichgültig, was er auch versuchte, er schaffte es nicht, Freunde zu finden.

 

Kirk änderte das schnell, indem er ihn Stück für Stück aus seiner selbstgeschaffenen Isolation holte. Zunächst war Spock ihm aus dem Weg gegangen. Kirk verwirrte und faszinierte ihn gleichzeitig – ein Zustand, der für den beherrschten Vulkanier äußerst unangenehm war.

Doch der menschliche Captain gab nicht auf. Spocks fast arrogant erscheinende Zurückhaltung und Beherrschung konnten ihn nicht abweisen, wie dieser erwartet hatte, und wie er es bisher von seinen Kollegen kennen gelernt hatte. Im Gegenteil.

 

Um so größer war deshalb Spocks Verblüffung, als Kirk ihn bereits am dritten Abend seines Kommandos eines Besseren belehrte.

 

Spock hatte allein – wie immer – an einem der kleineren Tische in einer Nische der Messe gesessen und ein schnelles Abendessen aus Salat, Früchten und Brot eingenommen.

Er sah nicht auf, als ein Schatten auf die Tischplatte fiel. Erst als Kirk ihn ansprach, hob er den Kopf. Noch immer sah er Kirks freundlich-milden Gesichtsausdruck, als er sich ihm gegenübersetzte.

Spock wusste seltsamerweise nicht mehr genau, worüber sie gesprochen hatten – es war nichts wirklich Wichtiges gewesen. Aber die Tatsache, dass sich der neue Captain ausgerechnet ihn als Tischnachbarn ausgesucht hatte, ließ eine zaghafte Hoffnung in Spock entstehen.

 

Nur wenige Minuten später gesellte sich auch der neue Bordarzt – McCoy – hinzu. Der Tisch erwies sich nun als etwas klein und Kirk entschied resolut, dass sie den Platz wechseln sollten. Er ließ Spock gar keine Wahl, als ihm zu folgen. Kirk entschied sich für einen Platz im Zentrum der Messe, von wo aus er alles im Blick hatte, schnell das Interkom erreichen konnte und – wie Spock erstaunt feststellte – durch einen der Sichtbildschirme das All beobachten konnte.

 

Nach dem Essen war Kirk sitzen geblieben und hatte Spock mit einem für ihn damals noch undeutbaren Grinsen fixiert. McCoy entschuldigte sich und war gegangen, so dass Spock mit diesem faszinierenden und verwirrenden Menschen allein blieb. Die anderen Mitglieder der Crew, die sich um sie herum unterhielten, nahm er kaum mehr wahr, so sehr fesselte ihn der Blick der warmen haselnussbraunen Augen.

 

„Spielen Sie Schach?“

 

Kirks Frage hatte ihn so unvorbereitet erwischt – so harmlos sie auch war – dass er nur stumm nicken konnte. Ehe er reagieren konnte, war Kirk aufgestanden und hatte von einem der anderen Tische ein dreidimensionales Schachspiel geholt.

 

An jenem Abend spielten sie stundenlang und Spock wurde sich immer mehr des Zaubers bewusst, den Kirk auf ihn ausübte.

Als Folge davon zog er sich in den kommenden Wochen ganz bewusst noch mehr in sein vulkanisches Schneckenhaus zurück. Doch Kirk riss ihn immer wieder heraus, zwang ihn mit unermüdlicher Hartnäckigkeit, sich nicht länger in seiner Kabine zu verstecken.

 

Sie spielten beinahe jeden Abend und es wurde zu einem gewohnten Anblick für die Crew. Nach der ersten Aufregung und Getuschel wurde es zu etwas Normalem, den Captain und den vulkanischen Ersten Offzier zusammen beim Schach zu sehen.

Die Aufträge kamen und gingen, sie erlebten gefährliche und weniger gefährliche Situationen zusammen und Kirk gewann mit jedem Tag mehr das Vertrauen der Crew – und Spocks.

 

 T T T

 

Dann wurde das Schiff bei einem Kampf mit Klingonen so schwer beschädigt, dass sie die Anweisung erhielten die Erde anzufliegen. Die Enterprise sollte im dortigen Raumdock wieder repariert werden und die Crew erhielt den ersten längeren Heimaturlaub seit Monaten. Auf der Erde war es Mitte Dezember und viele Crewmitglieder freuten sich besonders, die kommenden Weihnachtstage mit ihren Familien verbringen zu können.

 

Spock entschied sich in San Francisco zu bleiben – was hätte er auch auf Vulkan tun sollen? Sarek sprach noch immer nicht mit ihm. Und Amanda würde zu sehr unter den Spannungen leiden, wenn er nach Hause zurückkehren würde.

 

Nach einigen Tagen hatte er eine Nachricht seines Captains erhalten, in der er ihn zu sich einlud. Kirk verbrachte den Landurlaub – wie Spock natürlich wusste – in einer Blockhütte in den Rocky Mountains. Kirk hatte ihn bereits an Bord dorthin eingeladen, doch Spock hatte abgelehnt.

 

Jetzt jedoch, allein in dem kleinen unpersönlichen Quartier nahe des Hauptquartiers traf Spock eine spontane Entscheidung. Er druckte sich den Anfahrtsplan aus, den Kirk seiner zweiten Einladung beigefügt hatte und machte sich auf den Weg. Natürlich hätte er sich auch direkt in den kleinen Ort beamen lassen können, der eine knappe Meile von der Blockhütte entfernt lag, doch er folgte Kirks Anweisungen und beamte nur bis zur nächsten größeren Stadt. Dort nahm er den Mietwagen, den Kirk hatte bereitstellen lassen und fuhr den Rest des Weges...

 

Allein auf den verschneiten Straßen, kam er langsam zur Ruhe. Die tiefe Stille und Würde, die der Wald ausstrahlte, verfehlten ihre Wirkung selbst auf den Vulkanier nicht. Die letzte Wochen waren auch für ihn anstrengend gewesen. Er hatte es nicht gezeigt, aber es war ihm immer schwerer gefallen, seine vulkanische Selbstbeherrschung aufrecht zu erhalten.

Hier jedoch gab es keinen Grund dazu, sich nicht zu entspannen. Und er gestand sich ein, dass er sich darauf freute, die nächsten Wochen mit Kirk zu verbringen.

 

Sicher, es war unlogisch und un-vulkanisch aber es war nun einmal so. Spock war längst über den Punkt hinaus, an dem er sich über seine Empfindungen bezüglich des menschlichen Captains selbst belog. Kirk zog ihn an wie ein Licht das Insekt.

 

Er wagte nicht, darüber nachzudenken, was in den kommenden Wochen geschehen würde. Er hoffte nur, dass sich die beginnende Freundschaft mit dem Menschen stabilisierte.

 

Kirk bot ihm etwas, dem Spock nicht widerstehen konnte. Er leugnete es zwar nach außen hin, doch er kannte Emotionen. Und Einsamkeit.

Er wusste, was es hieß, nachts allein in der Kabine zu liegen. Er wusste, was es hieß niemanden zu haben, mit dem man reden oder schweigen konnte.

 

Kirk hatte seine Mauer aus Stolz und Zurückhaltung durchbrochen. Er hatte sich in sein Leben gedrängt, gelächelt, mit seinem Mut und seiner völligen Ignoranz der gegebenen Zustände Wände eingerissen, die Spock seit seiner Kindheit um sich herum aufgebaut hatte... und Spock hatte ihm sein Leben und seine Seele anvertraut.

 

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Es geht weiter in Teil 2