Titel: Der
Sonne entgegen
Autor: T’Len (2006)
Fandom:
TOS, Tuppertrek
Kategorie:
G, Humor
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Summe: Dem Weihnachtstrubel entfliehen und in die Sonne reisen – eine gute Idee. Oder doch nicht?
The
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Fanfiction
in Deutsch und Englisch: Adelheid und ihre Mörder, Die 2, Die Schöne und das
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Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen
und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt
nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu
verletzen. Vielen Dank an Lady Charena fürs Beta.
„Na siehst du, hier ist es doch herrlich?“ Scotty atmete
tief durch und deutete mit einer weit ausladenden Geste auf den Garten ihres
Hotels. Der war schon eher ein Park zu nennen. Große Palmen spendeten Schatten.
Dazwischen blühten Hibiskushecken in den unterschiedlichsten Farben. Einige
riesige Weihnachtssterne ragten ebenfalls empor. Ein Wasserfall plätscherte
leise in einen der zwei großen Pools, die in der Mitte des Parks waren. Vom
wolkenlosem Himmel schien die Sonne. Irgendwo in den Palmen zwitscherten
exotische Vögel.
„War doch eine gute Idee, zu Weihnachten nach Gran Canaria
zu fliegen, meinst du nicht?“ Scotty breitete sein Handtuch auf einer Liege aus
und lies sich darauf fallen. „Du musst nicht putzen und kochen und backen, der
ganze Weihnachtsstress entfällt.“
„Und vor allem kein Jim Kirk mit seiner Kitschdekoration am
Haus und seiner albernen Schneekanone.“ Leonard grinste und machte es sich
ebenfalls auf einer Liege bequem.
„Meinst du, wir hätten ihm und Spock nicht doch sagen
sollen, was wir vor haben?“, fragte Scotty.
„Damit er mit will?“, fragte Len zurück. „Bloß nicht. Da hätten wir gleich
daheim bleiben können.“ Er seufzte. „Aber die Kinder fehlen mir trotzdem.
Weihnachten in Familie kann einfach nichts ersetzen.“
„Vielleicht können sie ja nächstes Jahr wieder mit uns
feiern“, tröstete Scotty. „Im ersten Jahr gibt die Flotte ihren Kadetten nun
mal nur schwer Urlaub. Das war zu unserer Zeit doch nicht anders.“
„Ja, ich weiß.“ Len seufzte erneut. „Himmlisch, diese Ruhe.“
///
„Wow, die haben sogar zwei Jacuzzis.“ Begeistert hielt Jim
Spock das Hotelprospekt, in dem er gerade geblättert hatte, hin. Der Vulkanier
räumte gerade ihre Wäsche in den Schrank.
„Siehst du, Jim, ich habe doch gleich gesagt, es wird dir gefallen, Weihnachten
einmal anders zu feiern“, erwiderte Spock.
„Aber ich hätte trotzdem viel lieber zu Hause mit den
Kindern gefeiert und mit einem richtigen Baum. Und ich als Weihnachtsmann.“
Spock verkniff sich die Bemerkung, dass Tommy und Sarah
schon seit über einem Jahrzehnt nicht mehr an den Weihnachtsmann glaubten. Jim
hatte sich seinen weihnachtlichen Auftritt trotzdem nie nehmen lassen.
Wenigstens verzichtete er mittlerweile darauf, durch den Kamin kommen zu
wollen. In dem er doch nur jedes Mal stecken geblieben war.
Jim schniefte theatralisch. „Es ist so gemein, dass sie
Weihnachten nicht bei uns sein können. Statt dessen müssen meine Babys irgendwo
da draußen im Weltraum rumgondeln. Einsam und allein.“
„Jim, Sarah ist zum Kommandolaufbahn-Lehrgang auf Andor, das
ist nicht irgendwo da draußen und allein ist sie auch nicht. Und Tommy studiert
an der Vulkanischen Akademie und verbringt die Feiertage bei meinen Eltern. Ich
bin sicher, meine Mutter wird ihn ganz in irdischer Tradition verwöhnen.“
„Die Akademie hätte ihm ruhig zu Weihnachten freigeben
können“, erwiderte Jim. „Wenn du mal deine Beziehungen genutzt hättest. Oder
dein Vater.“
„Jim, wenn jeder Außenweltstudent seine heimatlichen
Feiertage frei bekommen wollte, würde ständig jemand fehlen.“
Spock reichte Jim seine Badehose. „Komm, wir schauen uns den
Garten an und du gehst ein bisschen schwimmen“, sagte er, um sein Bondmate von
seinem Kummer abzulenken.
//
„Angelo, kommst du?“ Harry Morrow blieb in der Tür ihres
Apartments stehen und blickte zu seinem Liebhaber zurück. Der wühlte noch in
seinen Sachen.
„Jaja, gleich“, murmelte Angelo. „Ich muss mich nur noch
umziehen.“
„Schatz, wir wollten nur an den Pool nicht zur Party“,
erwiderte sein Partner.
„Na und, ich will trotzdem ordentlich aussehen“, kam es
zurück. „Wenn du mich schon in diese Einöde schleppst. Hawaii wäre viel
angemessener gewesen. Oder Bora-Bora.“
„Aber Gran Canaria ist dieses Jahr total in, topp exklusiv,
gerade unter Schwulen“, betonte Harry. Dass er so kurzfristig nichts anderes
mehr bekommen hatte, verschwieg er lieber, hatte er doch fast vergessen, dass
er Angelo vor einem Jahr versprochen hatte, am nächsten Weihnachtsfest mit ihm
zu verreisen.
///
„Na Schatz, habe ich dir zu wenig versprochen. Das sieht
doch toll aus. Und du musst keine Weihnachtsvorbereitungen treffen, kannst dich
mal richtig verwöhnen lassen.“ Heihachiro Nogura trat auf den Balkon und an die
Seite seiner Partnerin.
Belinda blickte mit skeptischen Blick auf den Garten, der
unter ihnen lag. „Na ja, es geht“, sagte sie vorsichtig. „Aber Jaqueline hätte
trotzdem mit uns kommen sollen.“
Sie blickte ihn wütend an. „Wenn du dich mal bequemt
hättest, mit ihrem Ausbilder ein Wörtchen zu reden. Die Kinder gerade zu
Weihnachten auf einen Lehrgang zu schicken, ist eine Unverschämtheit. Aber
dafür warst du dir ja zu Schade. Da bitte ich dich nur einmal um einen kleinen
Gefallen...“
Nogura seufzte. Seit Belinda wusste, dass ihre Tochter zu
Weihnachten nicht zu Hause sein würde, war sie unausstehlich. Er hatte gehofft,
sie mit der Reise davon ablenken zu können. Er konnte ihr ja schlecht sagen,
dass Jaqueline ihm gestanden hatte, froh zu sein, Weihnachten weit weg von
ihrer Mutter verbringen zu können und um nichts in der Welt den Lehrgang
versäumen wollte.
„Schatz“, sagte er. „Die Flotte kann nun mal nicht auf die
Feiertage aller Mitgliedsvölker der Föderation Rücksicht nehmen. Dann würde ja
nie jemand arbeiten. Und was meinst du, wie Jaqueline bei ihren Kameraden
dastehen würde, würde sie wegen unserer Beziehung bevorzugt behandelt?“
„Sie musste ja unbedingt bei deinem Haufen anfangen. Ich
wollte, dass sie Friseurin wird“, erwiderte Belinda gekränkt.
///
„Nicht hier, da.“ Jim zog Spock zu zwei anderen Liegen. „Ich
brauche mehr Sonne. Ich seh’ ja aus, wie ein Käse.“
„Aber dann bekommst du nur wieder einen Sonnenbrand. Sei
lieber vorsichtig, Jim. Die Sonne ist hier ziemlich stark“, mahnte der
Vulkanier, der eher Liegen im Schatten ausgesucht hatte.
„Quatsch, ich creme mich ein.“
Jim wandte sich von Spock ab und warf sein Handtuch
schwungvoll auf die Liege, besser gesagt, in deren Richtung, denn es landete
auf einem Neuankömmling, der sich selbst gerade den Sonnenplatz hatte sichern
wollen.
„Hey, spinnst du“, schrie der. Angelo wühlte sich unter dem
Handtuch hervor und starrte Jim an.
„Du? Hier?“, sagten beide wie aus einem Mund.
Spock und Morrow wechselten einen Blick, der sich von
überrascht zu entsetzt veränderte, selbst beim sonst so beherrschten Vulkanier.
„Total in, topp exklusiv“, äffte Angelo Harry nach. „Das ich
nicht lache. Hier bleib ich keine Minute länger.“
„Ich auch nicht“, erwiderte Jim spitz.
„Aber Schatz, das Hotel ist doch groß genug, wir müssen uns
nicht begegnen“, versuchte Harry Angelo zu beruhigen.
„Was hältst du davon, wenn wir zum Strand gehen“, schlug
Spock Jim vor.
„Ich habe die Liege zuerst gesehen, ich bleibe hier“,
entschied Jim kategorisch.
„Das ist meine“, erwiderte Angelo trotzig. „Ich brauche
Sonne.“
„Wir finden sicher eine andere, genauso sonnige Stelle“,
sagte Harry.
„Das darf doch nicht wahr sein, was macht ihr denn hier?“, mischte sich
plötzlich Belinda, die mittlerweile mit Nogura auch auf dem Schauplatz des
Geschehens erschienen war, ins Gespräch ein. „Verfolgt ihr mich etwa?“
„Du!?!“, riefen Angelo und Jim.
„Das ist ne Verschwörung“, setzte der blonde Italiener
hinzu. „Ihr wollt mich in den Wahnsinn treiben.“
„Hast du das gewusst?“, wollte Jim von Spock wissen.
Der schüttelte hastig den Kopf.
„Ich bleibe keine Sekunde in einem Hotel mit denen“, sagte Belinda.
„Ich auch nicht“, erwiderte Angelo.
„Ich auch nicht“, sagte Jim.
///
„Was ist denn das für ein Lärm“, wunderte sich Leonard. Er
legte das antike Buch, in dem er gelesen hatte, zur Seite und stand auf.
Vorsichtig lugte er durch die Hibiskushecke, die ihren Platz vom Rest des Parks
abschirmte.
„Das darf doch nicht wahr sein!“ Er glaubte seinen Augen
nicht trauen zu können.
„Was ist los, Schatz?“ Scotty trat an seine Seite.
„Kuck selbst.“ Leonard trat zur Seite.
„Oh Gott“, stöhnte Scotty, als er sah, wer sich da stritt.
„Was meinst du, fahren wir wieder nach Hause?“, fragte Len. „Da herrscht jetzt
himmlische Ruhe.“
Bevor Scotty antworten konnte, ertönte hinter ihnen eine
andere bekannte Stimme. „Doktor, Scotty, was für eine Überraschung“, sagte Hikaru
Sulu.
„Und der Käptin und Mr. Spock sind auch da, dann können wir
gemeinsam feiern, wie früher auf der Enterprise“, ergänzte Pavel Chekov.
Ende