Licht für
die Seele
Kapitel 1 /13 (Ouvertüre)
Teil 1: Licht im Dunkel / Wenige Monate nach TOS / Kapitel 1 bis 3
Teil 2: Erkenntnis und Abschied / Direkt nach Teil 1 / Kapitel 4 bis 5
Teil 3: Licht und Dunkelheit / Zwischen dem ersten und dem zweiten Kinofilm / Kapitel 6 bis 11
Teil 4: Alles Dunkel sinkt hinweg / Nach dem fünften Kinofilm / Kapitel 12 und 13
Noch mehr Übersicht zur Story gibt es hier: http://myblog.de/lichtfuerdieseele1/page/1266116/Ubersicht_der_Story
Zusammenfassung: Die Welt ist voll von Gewalt und Missbrauch, Blindheit und Vorurteilen. Doch ungewöhnliche Kunstwerke bringen Licht in die Seelen.
ACHTUNG! Diese Story ist kein Mainstream K/S. Sie ist ein komplexes und idealistisches Weihnachtsmärchen mit einer Extraportion Kitsch und einer dreifachen Portion Harmonie. Wer so etwas nicht mag, sollte jetzt ganz schnell das Weite suchen. Diese Warnung ist ernst gemeint.
Autor: Liliane Romano
Beta: Paxstartrek
Ein Weihnachtsmärchen im Star Trek Universum
K/S, K/m,
S/f, m/m
PG 13
Mit dabei: unbeherrschte Künstler / faszinierende Vulkanier / eine traurige, lähmende Erinnerung / eine Spezies ohne Ethik / ein verzauberter Herbstwald / eine fesselnde Frau in Blau / Romantik / Erotik / Winter – und Weihnachtskitsch
Disclaimer: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels die dort wohnen. Ich schreibe nur zum Spass und will keine Rechte verletzen.
*****
Einige Monate nach dem Ende der
Originalserie (TOS),
am Morgen des 1. Advent,
im Art of L.C.E. Haus von Liam
Dendres in Nordschweden.
Erwacht
Eine warme Hand strich durch sein
Haar. Bartstoppeln kitzelten ihn und volle, raue Lippen küssten seinen Mund.
„Ich muss los, Jim. Es gibt viel
zu tun.“
Kirk räkelte sich und griff mit
geschlossenen Augen nach Liams Hand, drückte sie an sich und zog ihn zurück ins
Bett. Liam lachte leise und löste sich aus Jims Armen.
„Die anderen Gäste wollen auch
umsorgt werden. Besonders heute. In der Küche ist noch einiges für einen
unvergesslichen Adventsbrunch vorzubereiten. Schlaf weiter, es ist erst sieben.
Wir sehen uns später.“
Jim murrte und rollte sich
zusammen. Liam hüllte ihn in die weiche Decke ein und hauchte ihm noch einen
Kuss auf die Wange. Dann ging er ins Badezimmer.
*
Langsam öffnete Kirk die Augen und
das weiche Licht des Kristalls empfing ihn. Sein Blick folgte dem Farbspiel im
Modell eines Herbstwaldes. Halbdurchsichtige Figuren glitten hindurch und er
erkannte flüchtige Wesen - Tiere, Feen und Kobolde, Schwertkämpfer und Kinder,
die im Wald spielten. Die Geschichte, die erzählt wurde, zog ihn einmal mehr in
seinen Bann und verwandelte sich in Ereignisse, die Jim selbst erlebt hatte.
Gedanken stiegen wieder in ihm auf.
‚Spock wird gehen, für immer
vielleicht…’
Erstaunt stellte er fest, dass
dieses Wissen kein ohnmächtiges Entsetzen mehr in ihm auslöste, wie es bis
gestern früh noch der Fall war und ihm nicht mehr die Tränen in die Augen
trieb.
‚Wenn es das Richtige für ihn ist,
sich in Gol dem Kolinahr zu unterwerfen, dann muss er diesen Weg gehen. So wie
wir es alle tun müssen…’
Kirk war sich sicher, dass der
Abschied in einigen Tagen, nicht endgültig war. Er konnte sich einfach nicht
vorstellen, dass es für Spock das Beste sein sollte, all seine Emotionen
abzulegen. Außerdem hatte der Kristall ihm etwas versprochen…
‚Er ist zur Hälfte Mensch und muss
einen anderen Weg finden. Er wird lernen, mit seinen Gefühlen umzugehen… Er
muss es, ich liebe ihn so sehr…“, dachte er hoffnungsvoll.
Jim wusste, wie egoistisch seine
Gedanken waren. Er musste Spocks Entscheidung akzeptieren. In Gedanken umarmte
er ihn und hoffte, der Vulkanier würde die richtige Entscheidung treffen.
Der Kristall in diesem A.L.C.E.
hatte Kirk’s Probleme reflektiert und
ihn mit sich ins Reine gebracht. Die Schmerzen verschwanden mehr und mehr.
Jim schaute zu den Tannenzapfen
und dem halb unter dem Herbstlaub verborgenen Fliegenpilz.
>Wenn du den Blick nicht lösen
kannst, fokussiere die großen Naturbestandteile im Vordergrund. Sie sind der
Anker und helfen dir, den Weg zurück zu finden<, hatte Liam ihm gesagt,
nachdem er ihn gestern Nachmittag zu seiner Suite begleitet hatte.
‚So schön… zu schön… Nogura hatte
recht….“
Der Oberbefehlshaber der Flotte
hatte ihm diesen kurzen Urlaub in Schweden quasi aufgezwungen. Er meinte, das
dunkle Haus und die A.L.C.E. darin würden Jim helfen, seine Schmerzen zu
überwinden.
Nogura hatte Recht. Kirk war noch
nicht einmal 24 Stunden hier und spürte, wie sich sein Geist beruhigte. Nein,
das lag nicht nur an dem sympathischen Künstler, mit dem er die Nacht verbracht
hatte. Schon gestern bei seiner Ankunft zwischen den weiten, bläulich
glitzernden Schneewänden und den ersten Blicken auf den Sternenhimmel begann
es. Mit dem Traumerlebnis auf dem Balkon und den hunderten Umweltkompositionen
setzte es sich fort. Das A.L.C.E. war dann der Höhepunkt gewesen. Es hatte ihm
die Freiheit geschenkt - und mit Liam hatte er sie danach hungrig ausgekostet.
Er versuchte, sich an das Gesicht
von Robin Alliani zu erinnern, den Schöpfer dieses Kunstwerkes. Er sah die in
weite Ferne gerichteten, blassblauen Augen eines verträumten Kunststudenten vor
sich. Es war zu seinem 30. Geburtstag gewesen. Wie alle anderen seiner
Verwandten hatte Robin sich auf der Kirk’schen Farm eingefunden und Jim
hochleben lassen. Er hatte zwar das Haus zum Gefallen der Gäste geschmückt,
sich aber sonst zurückgehalten. Er streifte lieber bei jeder sich bietenden
Gelegenheit durch den angrenzenden kleinen Wald.
‚Er hat manchmal einfach
gelächelt’, fiel Jim ein.
>In seinem Kopf laufen ständig
Ideen auf und ab und manchmal ist für einige Sekunden auch eine Träne auf
seinem Gesicht zu sehen. Er fühlt alles, was er sich erträumt<, hatte Robins
Freundin Michelle gesagt, als sie seinem verwunderten Blick gefolgt war.
>Erträumt?<
>Seine Kunstwerke, die
Holografien und vor allem die Umweltkompositionen. Er träumt sie mit offenen
Augen. Fühlt sie so lange und so oft, so tief, jedes Detail, bis er sie
auswendig kennt. Bis jedes Blatt, jede Blüte und jeder Stein in seinen Gedanken
an der richtigen Stelle sind. <
Er hoffte, eines Tages auch
A.L.C.E. schaffen zu können.
Sein Empathiefaktor und sein
Imaginationsvermögen sind hoch genug und die Fähigkeit zu logischem Denken ist
praktisch nicht vorhanden. Vielleicht ist es wie bei Blinden, die ihre anderen
Sinne schärfen. Es ist nur von 138 Menschen bekannt, dass sie Art of
LightCrystal und Environment anfertigen können. Viele versuchen es erfolglos.
Die Umweltkompositionen sehen von außen schön aus, aber der Kristall reagiert
nicht auf sie.<
Ein verliebter Blick streifte den
Künstler und wurde dann zu einem traurigen.
>Er hat diese beeindruckende
Fähigkeit und ist doch so zerbrechlich…>
Nun, Robin hatte es geschafft.
Seit mehr als einem Jahr gehörte er zu den A.L.C.E. Künstlern.
*
Entschlossen schwang Kirk sich aus
dem Bett und spürte den warmen Teppich unter seinen Füßen. Langsam ging er zum
Bad. Die Tür war einen Spalt breit offen. Kirk schob sie noch ein Stück weiter
auf und sah Liam beim Ankleiden zu. Der Beobachtete hatte den Beobachter wohl
bemerkt und lächelte Jim an.
„Gehört es zum Wohlfühl – Service
deines A.L.C.E. Hauses, mit sehnsüchtigen Gästen zu schlafen?“
Liam schüttelte den Kopf. „Nur
wenn mir ein Gast besonders gut gefällt, Admiral Kirk. Vielleicht könnten wir
uns außerhalb dieses Hauses mal wiedersehen?“
Er sah Jim erwartungsvoll an.
„Warum nicht?“
Liam lächelte erfreut und
wuschelte ihm durchs Haar. Dann überließ er ihm das Bad.
Weiter in Kapitel 2