Zugegeben, das ist eine sehr ungewöhnliche Theorie über unhöfliche Bäcker und ihr leckeres Backwerk...

 

Autor: Liliane Romano

Email: liliromano@arcor.de

Alter: ab 13

Art: K/S

Hinweis: Das Star Trek Universum gehört mir nicht und ich verdiene damit kein Geld. Ich spiele nur ein bisschen mit den sexy Jungs und den netten Mädels, die dort wohnen.

 

 

Die besten aller Printen

Teil 1

 

 

„Es muss hier sein!“, wiederholte Lieutenant Uhura zum mindestens siebten Mal und blickte um Vertrauen bettelnd zum durchnässten Rest der Commandocrew. „Ich erinnere mich genau und den Geschmack vergesse ich nie, weich, schokoladig, mit Marzipan und etwas beschwipst – die besten Lebkuchen, die ich je gegessen habe.“

 

Spocks Gesicht war in der spätnachmittäglichen Dunkelheit des Dezembers und unter der Kapuze des dunkelblauen Umhangs fast verschwunden.  Uhura konnte nur seine Lippen sehen.

„Miss Uhura, wann waren Sie zum letzten Mal in dieser Ihren Worten nach >besten aller Printenbäckereien<? Als Teenager, hatten Sie gesagt? Und was noch wichtiger ist, weshalb haben Sie nicht vor unserem Ausflug dorthin den Computer nach dem exakten Standort gefragt oder danach, ob dieser Bäcker überhaupt noch existiert? Dann wären wir alle jetzt nicht so nass vom Regen.“

 

Spocks Stimme klang nicht besonders beherrscht. Uhura glaubte sogar, sein Zähneklappern zu hören. ‚Kein Wunder bei typisch mitteleuropäischem Winterregen und vier Grad Celsius.’, dachte sie und empfand Ärger über sich selbst. ‚Zwei Minuten hätte es gedauert, den Computer zu fragen, aber ich hielt das nicht für notwendig, weil ich mir soooo sicher war! Und deshalb irren wir schon seit über einer Stunde durch das nasskalte Aachen, und wenn jemand Schnupfen kriegt, bin ich es gewesen.’

 

Captain Kirk ließ sich seinen Ärger nicht anmerken. Eigentlich hatte er sich auf den Stadtrundgang durch Aachen gefreut, durch das weihnachtliche Lichtermeer, über die Weihnachtsmärkte und natürlich auf die von Uhura so begeistert beschriebenen Lebkuchen.

 

Sie trotteten in den Lichtkegel einer Schaufensterbeleuchtung und jetzt konnte Uhura über die verdrießlichen Gesichter ihrer Freunde nicht mehr hinwegsehen.

 

Chekov sah aus, als ob er lieber, gelehnt an einen altertümlichen Kachelofen, vor einem goldglänzenden und vor allem mit heißem Tee gefüllten Samowar sitzen würde.

Sulu sah aus, als wolle er ihm nur allzu gern dabei Gesellschaft leisten.

Dr. McCoys Gesichtsausdruck zeigte ihr, dass er eigentlich geplant hatte, den Landurlaub auf der Erde an einem Südseestrand zu geniessen.

Scott schien...was? Seinem Gesichtsausdruck nach schien ihm die eiskalte Endlosdusche nichts auszumachen. ‚Vielleicht erinnert ihn das Wetter an seine Heimat. ‚Ich habe also mindestens einen Verbündeten’, dachte Uhura. Doch als sie ihn genauer ansah, erkannte sie, dass seine Gleichgültigkeit gegenüber dem Wetter wohl eher von einer vorher genossenen Portion Scotch herrührte.

Von Spock war kaum etwas zu sehen. Der Vulkanier hatte sich in seinem Umhang verkrochen.

Kirk ignorierte, demonstrativ Stärke zeigend, das Anti - Lieblingswetter der gesamten Menschheit.

Missmutig wateten sie weiter durch die Pfützen.

 

Der Regen prasselte, gleichgültig gegen die Abneigung der Flottenoffiziere, auf sie nieder.

Der immer stärker werdende Wind spielte inzwischen begeistert mit beim  „Starfleetleuten – Den – Weihnachtsausflug – Verderben“ und „Uhura – Unbeliebt – Machen“.

 

Wieder einmal standen sie vor dem Aachener Dom ohne den richtigen Weg zu wissen.

Kirk blickte Uhura ruhig an. „20 Minuten noch. Dann ist Schluss. Ich denke, Sie haben dafür Verständnis. Welchen Weg nehmen wir?“

 

Uhura gab nach. „Sie haben recht, Captain. Es hat keinen Sinn.“

Jim nickte. „Sie haben noch einen Versuch. Wohin also?“

 

Uhura überlegte einige Sekunden und deutete dann auf den abschüssigen Weg, der links vom Dom ins Tal führte.

„Nehmen wir diesen nochmal. Irgend etwas zieht mich in diese Richtung...“

Kirk seufzte zustimmend.

„Wir sind diesen Weg auch erst viermal gegangen in den letzten 72 Minuten“, ließ sich Spock mit sarkastischer Stimme unter dem Umhang hervor vernehmen, „da liegt die Wahrscheinlichkeit, dass wir sechs den Laden übersehen haben, bei immerhin noch Null Komma...“

„Mister Spock!“ Uhuras Reaktion ließ alle zusammenzucken. „Sie können manchmal ganz schön fies sein! Ihre Wahrscheinlichkeitsrechnung ist hierbei nicht erwünscht.“

 

Der Vulkanier merkte durchaus, dass er ihre psychische Empfindsamkeit verletzt hatte. Aber es war ihm egal. Mehr als eine Stunde Eisduschen war zuviel. Spock wusste, dass er recht rabiat zu Leuten werden konnte, die es aus irgend einem Grund für nötig hielten, ihn mit eiskaltem Wasser zu foltern. Das verletzte nämlich seine eigenen physischen und psychischen Empfindsamkeiten und er war der Meinung, dieses den Leuten, die ihn zu einer solchen Qual  zwangen, eindeutig und wenn es sein musste auch schonungslos klar zu machen.

 

„Wahrscheinlichkeitsrechnung scheint sowieso nichts zu nützen, wenn Menschen sich unlogisch verhalten wollen. Diese Lebkuchen können nicht so lecker sein, dass sie uns und vor allem mich einem nun schon so lange andauernden Zittern aussetzen müssen.“

Kirk kniff den Vulkanier in den Arm und schüttelte warnend den Kopf.

Spock schwieg und konzentrierte sich auf die Beherrschung der durch die widrigen Umstände hervorgerufenen Gefühle.

 

Gehorsam folgten sie Uhura. Aber sie hatten es aufgegeben, sich nach diesem Laden mit dem Namen >Plouwen<, oder so ähnlich, suchend umzuschauen. Aus dem einfachen Grund, weil bei jedem Heben und Drehen des Kopfes ein Extra – Schwall kalten Wassers und eine schneidende Windböe das Gesicht trafen. Uhura war die einzige, die dem Wetter trotzte und unverzagt weitersuchte.. 

 

°

 

„Daaaa...Plouwen...daaaa steht es, da links, seht ihr es?“

Uhuras Stimme überschlug sich fast als sie den erleuchteten Schriftzug an einem kleinen erleuchteten Schaufenster erblickte.

 

Spock zog, unsichtbar für die anderen, beide Augenbrauen hoch.

„Beim letzten Mal war dort alles dunkel und ich habe auch keinen Namens - Schriftzug gesehen. Dieses Haus hatte leer gewirkt.“

 

Jim nickte überrascht. „Sie haben recht, Spock. Vorhin war da kein Licht.“

 

„Ist doch nicht so wichtig, Hauptsache wir haben den Laden gefunden“, freute sich Uhura unbändig.

Stolz schaute sie Spock an und konnte sich ein >Sie und Ihre Wahrscheinlichkeitsrechnung< nicht verkneifen.

 

Entschlossen eilte sie mit den anderen im Schlepptau zum Printenbäcker und öffnete die Tür.

 

°

Sie standen einer genervt aussehenden Bäckerin gegenüber, die sofort loskeifte.

„Es ist 18 Uhr. Schluss für heute! Kommen Sie morgen wieder. Ich will endlich nach Hause.“

 

Die Offiziere zuckten zusammen. Uhura riss die Augen auf.

„Bitte entschuldigen Sie...“

„Morgen! Kommen Sie morgen wieder, sagte ich. Feierabend!“

 

Entsetzt schauten sich die Freunde an.

„Was soll das denn sein?“ flüsterte McCoy. „Wo sind wir denn hier gelandet?“

Er wandte sich Uhura zu, die genauso verdutzt wie die anderen aussah. Doch diese schüttelte nur den Kopf, sprachlos über die unhöfliche Frau vor ihnen.

 

„Wir waren sehr lange auf der Suche nach Ihrem Geschäft, sind mehrmals hier vorbei gekommen aber konnten es nicht sehen...“, versuchte sie es noch einmal zaghaft.

Die Frau verdrehte die Augen.

„Es gab einen Totalausfall der Technik. Deshalb blieb dieses Haus im Dunkeln. Erst seit wenigen Minuten ist alles repariert. Gerade noch früh genug, damit ich pünktlich nach Hause komme. Und jetzt noch einmal: Kommen Sie morgen wieder!“

 

Kirk beschloss, seinen Charme einzusetzen. Mit seinem verführerischsten Lächeln trat er zu der Frau.

„Morgen sind wir nicht mehr hier. Es wird nicht lange dauern. Wenn Sie uns doch noch einige von Ihren hochgelobten Printen verkaufen würden...?“

„Sie geben nicht auf, was?“ Streng musterte sie die Kunden.

„Na gut. Also, was möchten Sie?“

 

Kirk nickte Uhura aufmunternd zu.

 

„Äh ja...“.

Die Verkäuferin stöhnte ungeduldig.

Uhura entschloss sich, dem ein Ende zu machen und deutete mit einer Geste auf die Auslage in der Theke.

„Von jeder Sorte 15 Stück“, orderte sie eingeschüchtert und schwieg dann bedrückt während Kirk bezahlte.

Lange schon hatte sie sich vorgestellt, wie sie in den Laden kommen würde und genüsslich aus den Printen auswählen würde. Vorbei. Geplatzt. Wenn man sich schon mal auf etwas freut!

 

°

Nach einigen Minuten standen sie wieder vor dem Laden. Der Regen hatte aufgehört und der Wind nachgelassen. Aber keiner schlug vor, einen der Weihnachtsmärkte aufzusuchen. Die Stimmung war im Keller. Außerdem froren sie. Die Offiziere beeilten sich, zum Beampunkt zu gelangen und waren bald darauf wieder auf ihrem warmen hellen Raumschiff.

 

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Sie standen sich auf dem Offiziersdeck gegenüber.

„Nicht zu fassen“, murmelte Sulu, „diese Printen müssen wirklich die besten der Erde sein, wenn sie es sich erlauben kann, so unhöflich zu sein.“

„Habt ihr die Dekoration gesehen und die Präsentation der Lebkuchen? Wunderschön. Eigentlich ein netter Laden...“, warf Chekov ein.

McCoy sah Uhura fragend an.

„Sie kennen dieses Geschäft doch von früher. War man dort damals auch so unhöflich?“

Sie nickte. „Ja schon. Aber nicht so schlimm, glaube ich. Sie muss wohl einen sehr schlechten Tag erwischt haben.“

Entschuldigend blickte sie zu Kirk. Tut mir leid, Captain, ich hatte mir das auch anders vorgestellt.“

Jim legte ihr tröstend den Arm um die Schulter. “Grämen Sie sich nicht. Es ist nicht Ihre Schuld. Und wir haben immerhin die Printen bekommen.“

Er drehte sich zu den anderen. „Wie abgemacht, morgen 19 Uhr eine private Weihnachtsfeier bei mir. Uhura hat meine Kabine dekoriert...sehr schön, sie werden staunen...dann gibt’s auch was von den Printen.“

Aber die anderen schienen aus irgend einem Grunde nicht in Weihnachtsstimmung zu sein oder gar Appetit auf diese Printen zu haben und nickten nur desinteressiert. Jim seufzte. Nichts zu machen, zumindest heute.

 

°°°°°°°°°°°°°°°°°Weiter in Teil 2